Ausgabe 10/99
Speakers
Corner
Wer,
wie, was... wieso, weshalb, warum - wer nicht fragt, bleibt dumm...
Eine
Festplatte besteht nicht nur aus einer drehbaren Scheibe, es sind meist mehrere
Platten, die extrem genau als Stapel gefertigt werden.
Ein
CD-ROM-Laufwerk für den Einbau in ein Computergehäuse. Es gibt auch
externe (mobile) CD-ROM-Laufwerke.
Ein
SCSI-II-Controller für den PCI-Slot
...übrigens
ein (interner) Streamer (Bandlaufwerk) mit Speichermedium sieht so aus. es gibt
auch externe Streamer.
Oben:
ein veraltetes 5¼ Zoll Diskettenlaufwerk mit 1,2 MB
Speicherkapazität. Unten ein “normales/gängiges” 3½
Zoll FDD mit 1,44 MB Speicherkapazität.
Zu
den Ein-/Ausgabegeräten gehören z.B. auch der Joystik (links) und der
Scanner (unten).
ohne
Titel
Die
ganz normale PC-Tastatur
Der
Nummernblock rechts und die Cursortasten (mit den Pfeilen)
Im
Privatbereich - Text und Grafik - bestens geeignet, der Tintenstrahldrucker.
Von
vielen Menschen totgeglaubt, dabei ist er der Einzige, der Durchschläge
produziert.
Der
Laserdrucker ist für den gehobenen Bereich empfehlenswert - kostet aber
auch dementsprechend viel.
In
der heutigen Zeit sollten Anwender sich mindestens (!) einen 15 Zoll oder
besser einen 17 Zoll Monitor kaufen. Die Zeiten von 14 Zoll Monitore
gehören der Vergangenheit an.
In
der letzten Ausgabe haben wir Ihnen Basiswissen über Gehäuse,
Motherboard, Bussystem, CPU, Arbeitsspeicher und Grafikkarten angeboten. Wie
gesagt: “Basiswissen”.
Die
Resonanz war toll! Unsere Leserschaft hat sich in 2 Parteien dazu geäussert:
Einige
unserer “Fortgeschrittenen” Leserinnen und Leser haben uns, per
Telefon und eMail, auf die eine oder andere vermeintliche
“Unzulänglichkeit” im Text hingewiesen. Dafür an dieser
Stelle vielen Dank. Natürlich ist es interessant, dass z.B.
EISA
(
Extended
Industry
Standard
Architecture)
und
VLB
(
Vesa
Local
Bus)
in manchen Systemen noch eine sehr große Rolle spielen. Dass die
Prozessoren von AMD meist die Bezeichnung
3D
haben, der K6 und K7 schon “veraltet” sind; die neueste
AMD-Generation heißt
Athlon.
Die Übersetzung von
RISC
anscheinend wohl nicht =
Reduced
Instruction
Set
Computer
sondern
Reduced
Instruction
Sure
Code
heißen soll. Dass es noch andere Motherboard-Hersteller als die von uns
genannten gibt. Und es gibt natürlich auch Grafikkarten für den
VesaLocalBus... etc. etc. Alle diese Sachen stimmen (und noch einige mehr)!
Die
anderen Leserinnen und Leser haben sich sehr gefreut, dass die
“Blackbox” Computer mal geöffnet wurde, dass das scheinbar
mystische Wirrwarr, das in einem Rechner steckt, zerlegt und mit einfachen
Worten erklärt wurde. Dass zum Beispiel der “Arbeits-Speicher”
nichts mit Heu und Bauernhof zu tun hat... usw. Ein besonders engagierter Leser
und teilweise auch freier Mitarbeiter, somit vielen unserer Leserinnen und
Lesern bekannt - Joachim König, sendete uns mailwendend einen Leserbrief
zu, den Sie nach der Fortsetzung dieses Berichtes lesen können.
Sei
es drum, wir haben uns auf alle Fälle über das große Feedback
gefreut! Also starten wir nun den zweiten Teil unseres Grundlagenkurses und
hoffen auf eine ähnliche Resonanz.
Die
Festplatte
Die
Festplatte
(auch
Harddisk
- HDD - genannt) hat in diesem Falle nichts mit einer Fest-Speiseplatte zu tun.
Hierbei handelt es ist um ein etwa handflächengroßes Gerät, das
zur Datenspeicherung genutzt wird. Die Daten werden auf magnetische Weise
gespeichert. Im Vergleich zur Diskette hat die Festplatte den Vorteil, dass sie
bedeutend mehr Daten fassen kann und die Daten auch bedeutend schneller
speichern oder lesen kann. Die
Kapazität
der Festplatte wird in Gigabyte angegeben
(früher Megabyte).
Während
Computer vor 10 Jahren noch über Festplatten mit einer
Speicherkapazität von etwa 20 MB verfügten, sind heutzutage
Festplatten mit einer Kapazität von mehreren Gigabyte (1 Gigabyte = 1.000
MB) schon weit verbreitet. Dies mag nach sehr viel Speicherplatz klingen - was
auch stimmt -, doch die meisten Betriebssysteme und Multimedia-Anwendungen,
Spiele und Programme sind mittlerweile echte “Speicherfresser”
geworden.
Es
ist heutzutage also kein großes Problem mehr, eine Festplatte mit einigen
Gigabyte Speicherkapazität zu füllen - leider. Ungeachtet dessen ist
nicht nur die Speicherkapazität einer Festplatte wichtig, sondern auch die
Geschwindigkeit.
Für
die Geschwindigkeit gibt es mehrere Größen. Zum einen wäre da
die
Datentransferrate,
die aussagt, wieviel Daten pro Zeiteinheit übertragen werden (reale Werte
sind 3-10 Megabyte pro Sekunde = 3-10 MB/s). Hier kann meistens nur ein
gemittelter Wert angegeben werden, da die Daten auf einer runden Scheibe
(ähnlich Plattenspieler) gespeichert sind. Da die Scheibe mit einer
konstanten Geschwindigkeit (reale Werte sind: 4.500rpm, 5400rpm und 7.200rpm)
dreht, werden die Daten am äußeren Rand schneller gelesen als innen.
Eine
andere Größe für die Geschwindigkeit ist die
Zugriffszeit.
Wenn man beim Plattenspieler ein bestimmtes Lied hören will, muß der
Arm an die entsprechende Stelle gelegt werden. Bei der Festplatte ist das
ähnlich. Die Daten werden mit winzigen Ärmchen, an deren Ende ein
Magnetkopf sitzt, gelesen und geschrieben. Um an bestimmte Daten zu kommen,
muß dieser Arm (in Wirklichkeit sind es meist mehrere Arme und auch
mehrere Scheiben) natürlich genau plaziert werden. Dieses Plazieren
benötigt Zeit - wenn auch nur sehr wenig. Die Zugriffszeit wird in
Millisekunden (ms) angegeben. Ein realer Wert liegt heute zwischen 3 und 12ms.
Bei Festplatten gibt es zwei geläufige “Arten”. Diese sind IDE
und SCSI.
IDE
Die
geläufigste Schnittstelle im Heimbereich ist
IDE
(
Integrated
Drive
Elecronics)
bzw.
heute
E-IDE
(Enhanced IDE). Auf fast jedem Pentiumboard (oder neuer) findet man
IDE-Schnittstellen.
Es
ist ein Verfahren zur Datenübertragung, das ursprünglich für
Festplatten konzipiert wurde, heute allerdings auch für CD-ROM-Laufwerke
und andere Datenspeichergeräte (wie z.B. das ZIP-Laufwerk) verwendet wird.
IDE
hat den Nachteil, daß bei der Datenübertragung der Prozessor
belastet wird und daher die Systemleistung verringert. Bei kleinem
Datenaufkommen (wie im Heimbereich) ist das allerdings kaum spürbar. Es
gibt verschiedene Geschwindigkeitsmodi, die von der Festplatte und dem
Controller unterstützt werden müssen. Einer der schnellsten ist der
Ultra DMA-Mode, mit dem Datentransferraten zwischen Festplatte und Motherboard
im zweistelligen Megabytebereich pro Sekunde möglich sind. Die Betonung
liegt hier auf “möglich”, denn es gibt derzeit kaum
IDE-Platten, die mehr als 10 MB/s liefern können. Gebräuchliche Modi
sind die PIO-Modes 1-4, wobei der PIO-Mode 4 in der Lage ist, 16,6 MB/s zu
liefern - auch hier nur: theoretisch! Gängige Kapazitäten sind 5-15 GB.
SCSI
SCSI
(gesprochen: SKASI) ist ein High-End System, das in der Leistung nur von
sogenannten RAID-Systemen (die aber auch auf SCSI-Basis beruhen)
übertroffen wird. Immer häufiger findet man SCSI-Anschlüsse auf
Motherboards (die aber deutlich teurer als “IDE-Motherboards”
sind). Dennoch ist es immer noch die Regel, daß man für SCSI (
Smal
Computer
Systems
Interface)
einen selbständigen Controller benötigt. Dieser Controller besitzt
einen eigenen Prozessor (auch bei der “onboard”-Variante, wo der
Prozessor mit auf dem Motherboard sitzt). Daher wird die Systemleistung beim
Transfer nicht oder nur geringfügig herabgesetzt.
Auch
bei SCSI gibt es verschiedene Modi. Der verbreitetste ist
SCSI-II
(auch Narrow-SCSI genannt). SCSI-II ist in der Lage, 10 MB/s zu liefern. Da
normalerweise mehrere Geräte an einem “SCSI-Bus” hängen,
ist diese Leistung schnell ausgeschöpft. Der SCSI-Standard erlaubt nicht
nur den Anschluß von Festplatten, sondern auch von CD-ROM-Laufwerken,
Scannern, Streamern und anderen Geräten. Wenn hier mit mehreren
Geräten gleichzeitig gearbeitet wird - was durchaus möglich ist -
werden die 10 MB/s schnell zum Engpaß. Aus diesem Grund hat man SCSI
weiterentwickelt. Man hat den Bus (8Bit bei SCSI-II) auf 16Bit erweitert und
das ganze
Wide-SCSI
genannt. Damit war eine Transferleistung von 20 MB/s möglich. Ein anderes
Verfahren war, den Takt (Geschwindigkeit der Datenübertragung) auf das
Doppelte zu erhöhen. Auch so bekam man die 20 MB/s. Dieses Verfahren hat
man
Ultra-SCSI
genannt. Die nächste Erweiterung war die Kombination der beiden: 16Bit bei
doppeltem Takt - ergibt 40 MB/s und nennt man
Ultra-Wide-SCSI,
die letzte Entwicklung
Ultra2
für 16 Bit-Geräte und einem Datentransfer von 80 MB/s.
Während
Ultra-SCSI die gewohnten Anschlüssen benutzt, wurde bei Wide- und
Ultra-Wide-SCSI bedingt durch den breiteren Bus ein neuer 16Bit breiter
Anschluß notwendig. Durch den höheren Takt wurde natürlich die
Störanfälligkeit des Systems größer, daher mußte
auch die maximal zulässige Kabellänge verringert werden und externe
Kabel müssen besser abgeschirmt werden. Heutige SCSI-Platten sind in der
Lage, Datentransferraten von weit mehr als 10 MB/s zu erreichen. Das ist aber
nicht der einzige Vorteil. Die Zugriffszeit sowie die tatsächliche
Datentransferrate bei SCSI-Festplatten ist in der Regel besser als bei IDE oder
E-IDE.
Wie
bereits in vorherigen Zeilen erwähnt ist auch die Flexibilität des
SCSI-Systems ein Vorteil. Man hat nur noch einen “Controller”
für viele Geräte.
Bei
IDE können maximal 4 Geräte angeschlossen werden.
Bei
SCSI in der einfachsten Form sind es 8 (wobei der Controller als 1 Gerät
zählt). An neuere Controller lassen sich gar bis zu 32 Geräte
anschließen.
Ein
Nachteil beim SCSI-System: Bei der Einstellung muß man einige
Besonderheiten beachten. Wenn man sich daran hält, ist es allerdings fast
noch einfacher zu konfigurieren als ein IDE-System. Gängige
Kapazitäten für SCSI-Festplatten sind 4-9 GB. (Bei RAID-Systemen sind
weit höhere Kapazitäten und Transferleistungen möglich. Hier
werden mehrere Platten zu einem System zusammengefaßt und die Daten auf
die verschiedenen Platten verteilt. Daher liest/schreibt nicht nur eine Platte,
sondern mehrere gleichzeitig, was einen bedeutend höheren Datenstrom zur
Folge hat).
Das
CD-ROM-Laufwerk
Auch
CD-ROM-Laufwerke (
Compact
Disc-Read
only
Memory)
gibt es in der IDE- oder SCSI-Variante, wobei der Unterschied hier durch die
niedrigere Geschwindigkeit des Laufwerks nicht so relevant ist. Man sollte
jedoch
möglichst
bei einem System bleiben
.
Hat der Rechner nur IDE-Komponenten, sollte man ein IDE-CD-ROM-Laufwerk
einbauen, hat der Rechner nur SCSI-Komponenten, sollte hier auch ein
SCSI-CD-ROM Laufwerk installiert werden, wobei das Mischen von IDE und SCSI
durchaus möglich ist.
CD-ROM-Laufwerke
sind heute aus einem PC gar nicht mehr wegzudenken. Bedingt durch den
Multimedia-Boom (und die Unsitte, möglichst viel Video und Musik in ein
Programm zu bringen) und die immer größer werdenden Programmpakete,
sind CD-ROM-Laufwerke unentbehrlich geworden.
Die
Geschwindigkeit eines CD-ROM-Laufwerks wird wie bei der Festplatte durch die
Zugriffszeit und die Datentransferrate (abhängig von der
Umdrehungsgeschwindigkeit der CD) angegeben. Viele Leute machen den Fehler und
achten zunehmend auf die Datentransferrate bzw. Drehzahl der CD und
vernachlässigen die Zugriffszeit, die meines Erachtens bei
CD-ROM-Laufwerken viel wichtiger ist. Realistische Werte für die
Zugriffsgeschwindigkeit sind 80-140 ms. Die Datentransferrate ist direkt
abhängig von der Drehzahl des CD-ROM-Laufwerkes.
Die
Drehzahl wird in Vielfachen von der Drehzahl eines gewöhnlichen
CD-Spielers angegeben, der die Daten mit 150 KB/s liest. Ein 1fach-Laufwerk
hätte demnach eine Transferrate von 150 KB/s, ein CD-ROM-Laufwerk, das die
Bezeichnung “12-fach” trägt, kann Daten bis zu einer
Datentransferrate von 1.800 KB/s (= 12 x 150 KB/s) übertragen. Durch die
erhöhte Drehzahl werden die Laufwerke natürlich lauter. Wenn eine CD
nicht perfekt rund ist, kommt es zu Unwuchten, die den gesamten PC
erschüttern und ein unangenehmes Brummen hervorrufen können. Ein
weiteres Problem der hohen Drehzahl ist die Zeitdauer, bis die CD ihre volle
Geschwindigkeit erreicht hat (es klingt fast wie eine Mini-Turbine, die
hochgefahren wir). Manche Hersteller setzen hier spezielle Verfahren ein, so
daß bereits bei niedriger Drehzahl mit dem Lesen begonnen wird (CLV/CAV).
Tritt
ein Lesefehler auf, wird die Geschwindigkeit verlangsamt, um die betroffene
Stelle erneut zu lesen. Hier muß aber auch der Laserstrahl (damit wird
gelesen) neu positioniert werden. Wenn auf unterschiedliche Daten zugegriffen
wird, muß jedesmal der Laser neu positioniert werden. Hier macht sich
eine schnelle Zugriffszeit besonders bezahlt.
In
der Realität ist es letztendlich so, daß ein langsameres Laufwerk
mit einer besseren Zugriffszeit leicht einem schnelleren Laufwerk mit
schlechterer Zugriffszeit ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen ist.
Bei dem täglichen Gebrauch eines CD-ROMs kommt es selten vor, daß
soviel Datenmengen hintereinander gelesen werden, daß das schnelle
Laufwerk auf seine volle Geschwindigkeit kommt.
Der
Controller
Ein
Controller kontrolliert den aufkommenden Datenstrom. Er ist der Vermittler
zwischen dem Gerät, das Daten anfordert und dem Gerät, das Daten
liefert.
Es
gibt verschiedene Arten von Controllern. In erster Linie denkt man jedoch an
einen Festplattencontroller. Während hier die IDE-Controller-Karten,
bedingt durch die “onboard-IDE-Controller” (welche ja eigentlich
auch Controller sind, die eben bereits fest auf dem Motherboard verlötet
sind) zunehmend vom Markt verschwinden, gibt es unzählige SCSI-Controller.
Der Trend geht hier eindeutig zum Ultra-Wide-Controller (UW-SCSI).
Normalerweise hat ein SCSI-Controller einen eigenen Prozessor, der den
Hauptprozessor (z.B. Pentium) entlastet. Es gibt auch SCSI-Controllerkarten
ohne Prozessor. Solche findet man meist als Beilage bei irgendwelchen
SCSI-Geräten (z.B. Scanner oder Streamer). Sie lassen auch meist nur den
Anschluß
eines
externen Gerätes zu. Andere Controllertypen sind der Floppycontroller, der
heute auch fest auf dem Motherboard sitzt, Controller für Streamer
(Bandsicherungsgeräte) oder auch Controller für Nicht-SCSI-Scanner.
Das
Diskettenlaufwerk
Das
Diskettenlaufwerk (
Floppy-Disk-Drive
=
FDD,
kurz Floppy genannt) ist wohl das älteste Laufwerk für den Computer.
Andere Speichersysteme davor waren z.B. der Lochkartenlocher. Dennoch kommt ein
PC kaum ohne Diskettenlaufwerk aus. Obwohl die heutigen gängigen Disketten
mit 3½ Zoll Größe “nur” 1.44 MB speichern
können, gehört noch in jeden PC ein Diskettenlaufwerk. Der Grund
dafür ist einfach. Die einzige (einfache) Möglichkeit, bei einem
Systemabsturz auf den PC zugreifen zu können, besteht darin, das System
von einer Diskette zu starten (nennt man auch “booten”).
Mittlerweile
gibt es auch die Möglichkeit, das System von einer CD zu starten, jedoch
sind längst nicht alle PCs dazu in der Lage. Auf einer Diskette kann man
“schnell” und einfach kleinere Datenmengen sichern. Wenn man keinen
CD-Schreiber (CR-W - CD-Wirter), keine Wechselfestplatte oder keinen Streamer
besitzt, ist das Diskettenlaufwerk die einzige Möglichkeit, Daten so zu
sichern, daß Sie transportiert werden können und somit evtl. an
einen sicheren Ort gebracht werden können.
Natürlich
gibt es Alternativen zum Diskettenlaufwerk, die sich allerdings wegen ihrer
recht hohen Preise noch nicht als “Standard” durchgesetzt haben. Da
wäre z.B. das ZIP-Drive (speichert 100 MB und ist bedeutend schneller als
ein FDD) oder das LS-120, das 120 MB speichern kann und etwas schneller als ein
FDD ist. Im Gegensatz zum ZIP-Drive ist es kompatibel, d.h. es können auch
“normale” 3½ Zoll Disketten mit 1,44 MB gelesen werden.
Ein-
und Ausgabegeräte
Die
Ein- und Ausgabegeräte sind die eigentliche Kommunikationsschnittstelle
zum/vom Benutzer. Hierzu zählen z.B. als Eingabegeräte die
Maus,
die
Tastatur,
der
Scanner
und der
Joystik
.
Im Rahmen dieses Artikels möchte ich jedoch nur auf die Maus und die
Tastatur eingehen. Zu den Ausgabegeräten zählen z.B. der
Monitor
und der
Drucker.
Die
Maus
gibt es im PC-Bereich -normalerweise - entweder mit 2 Tasten oder mit 3 Tasten.
Angeschlossen
wird die Maus entweder an einer seriellen Schnittstelle (dem COM-Port), oder an
der PS/2-Schnittstelle (es gibt auch Mäuse, die über Infrarot oder
Funk betrieben werden können). Die Maus dient dazu, den
“Mauspfeil” auf dem Bildschirm zu bewegen, und durch Drücken
der Tasten bestimmte Kommandos zu geben.
Die
wichtigste Schnittstelle ist mit Sicherheit (zumindest in unserem Zeitalter)
die Tastatur. Ähnlich einer Schreibmaschine lassen sich mit der Tastatur
Zeichen an den Computer übermitteln, die ihm sagen, was er zu tun hat.
Allerdings hat die Tastatur einige Tasten zusätzlich. So z.B. der
Nummernblock
rechts. Über ihn kann man bequem Zahlenkolonnen eingeben. Die
Cursortasten
(gesprochen: Körsertasten) bewegen den Cursor auf dem Bildschirm. Das ist
der kleine Strich, der entweder waagrecht oder horizontal blinkt. Dann gibt es
noch die
Funktionstasten,
die in einer Reihe über den “normalen Tasten” angeordnet sind.
(Für Anwenderinnen und Anwender von Microsoft Windows gibt es auch
Tastaturen, die spezielle “Windows-Tasten” haben.) Auch bei der
Tastatur gibt es verschiedene Anschlußmöglichkeiten, die jedoch von
dem Anschluß am Motherboard abhängig sind. Es gibt hier den Standard
DIN-Anschluß und den ebenfalls PS/2 genannten Anschluß. (Tastaturen
können auch, wie die Mäuse, über Infrarot/Funk betrieben
werden). Tastaturen gibt es in verschiedenen Variationen. Es gibt ergonomisch
geformte Tastaturen, bei denen die Tasten für die linke und rechte Hand
jeweils der Handlage entsprechend abgewinkelt sind. Es gibt Tastaturen mit
programmierbaren Tasten, mit eingebauter Chip-Kartenlesevorrichtung und noch
einige mehr.
Der
Drucker
macht letztendlich den Computer erst als Ersatz für die Schreibmaschine
interessant. Denn es macht keinen Sinn, den schönsten Brief auf dem
Bildschirm geschrieben zu haben, wenn man ihn dann nicht versenden kann (auf
Modems und Datenkommunikation möchte ich in diesem Rahmen nicht eingehen).
Bevor man sich einen Drucker zulegt, sollte man sich vorher darüber
Gedanken machen, für welchen Zweck man den Drucker haben möchte und
genauso wichtig, wie hoch das Druckaufkommen sein wird.
Für
farbige Ausdrucke kommen Thermotransfer-, Tintenstrahl- und Laserdrucker in
Frage. Letztere sind allerdings kaum unter einem Preis von 4.000,-DM zu haben.
Thermotransferdrucker
liefern sehr gute (aber teure) Grafikausdrucke, sind jedoch für Text nicht
zu empfehlen.
Tintenstrahldrucker
sind sowohl für Text als auch für Grafikausdrucke (Homebereich) gut
geeignet und sie sind günstig und auch am verbreitetsten.
Für
Schwarzweis-Drucker sind am besten
Nadeldrucker
(sofern Durchschläge benötigt werden) oder
Laserdrucker
zu empfehlen.
Der
große Unterschied zwischen Laserdruckern und den übrigen ist der,
daß bei Laserdruckern die Seite vor dem Druck komplett im Speicher des
Druckers liegen muß. Bei aufwendigen Ausdrucken mit viel Grafik ist
deshalb je nach Auflösung viel Druckspeicher notwendig.
Der
Monitor
ist beim PC etwa das, was bei einer Stereoanlage die Boxen sind. Hier sollte
man am wenigsten sparen. Wenn man einen schlechten Monitor hat, macht das
Arbeiten am PC keinen Spaß und kann sogar gesundheitliche Probleme nach
sich ziehen. Das Bild sollte flimmerfrei aufgebaut werden können. Das
heißt: das Bild sollte mit einer Bildwiederholfrequenz von mind. 75 Hz
aufgebaut werden - besser ist allerdings mehr. Um diese Frequenz aufbauen zu
können, muß sowohl der Monitor als auch die Grafikkarte dafür
ausgelegt sein.
Ein
Leistungsmerkmal für einen Monitor ist die maximale horizontale
Bildfrequenz (angegeben in kHz). Abhängig von der gewünschten
Auflösung ergibt sich daraus die maximale Bildwiederholfrequenz nach
folgender Formel: Die
max.
Bildwiederholfrequenz
=
max. horizontale Bildfrequenz geteilt durch die Anzahl Bildzeilen, minus 10%.
Beispiel:
Der Monitor hat eine max. hor. Bildfrequenz (auch Zeilenfrequenz genannt) von
86 kHz (das entspricht 86.000 Hz). Die gewünschte Auflösung
beträgt 1024 x 768 (letzteres - 768 - gibt die Anzahl der Zeilen an). Dann
kann der Monitor diese Auflösung mit folgender Bildwiederholfrequenz
darstellen: max. Bildwiederholfrequenz = (86.000 Hz / 768) - 10% =
100,78
Hz
Die
10% sind nur ein grober Wert für die Synchronisation, das
Zurücklaufen des Elektronenstrahls von unten rechts nach oben links und
Steuersignale, die mit übertragen werden müssen. Weiterhin sollte ein
Monitor eine gute Bildschärfe, einen guten Kontrast eine gute Geometrie
besitzen und zumindest nach MPR-II strahlungsarm sein. Eine neuere und
“schärfere” Strahlungsnorm ist TCO’95.
Jetzt
sind wir - was wir eigentlich vermeiden wollten - zum Schluß doch noch
etwas technisch geworden. Aber ein “bißchen” Technik
gehört schließlich auch zum Computern dazu :-)
In
diesem Sinne...
Ihr
Jumper
—————
Kritischer
Kommentar zu “Wer nicht fragt bleibt dumm...”
Konnte
sich vor 15 Jahren nur einen PC leisten, wer entsprechend betucht war - ein AT
mit sagenhaften 12 bis 16 MHz, 640 Kilobyte RAM, zwei Floppy-Laufwerken
à 360 K etc. pp. - so ist der Personalcomputer mittlerweile zur
Massenware geworden. Umgekehrt zu dieser Entwicklung sind Hard- und Software
nun so komplex und undurchschaubar (keineswegs schneller oder sicherer)
geworden - wozu Microsoft wohl den Hauptanteil beigetragen hat, so sehen sich
viele Anwender in der Situation, ein Gerät zu bedienen, ohne dass sie
wissen, was da vor sich geht. War es bislang der allseits bekannte “Dr.
Nippel”, der sich auf diesem Gebiet verdient gemacht hat, so hat unser
“Jumper” dessen würdige Nachfolge angetreten.
Selbst
gelernter Pädagoge und früherer Techniker meine ich, den didaktischen
Nutzen dieser Darstellungen beurteilen zu können. “Wer nicht fragt
bleibt dumm...” zeichnet sich durch die gewohnte Systematik dieser
Kolumne aus. Der sparsame Umgang mit Begriffen aus dem Fachchinesisch, die
anschauliche und bebilderte Darstellung dürfte helfen, ein tieferes
Verständnis für die Materie zu entwickeln.
Wer
ein Fachgeschäft betritt, um einen PC oder Zubehör zu erwerben, sieht
sich nicht selten einer misslichen Situation ausgeliefert: Dem Fachpersonal
wird dabei die Fähigkeit zugeschrieben, alles (besser) zu wissen, und
nicht wenige Verkäufer (Verkäuferinnen sind noch immer eine
Minderheit) - vor allem großer Handelsketten - nutzen dies auch aus und
reden die Kundschaft an die Wand.
Ich
schreibe seit einigen Jahren selbst für den Computer Anzeiger, der in
seiner Form wohl in dieser Republik einzigartige ist. Die Faszination für
dieses Medium lag, als es mir seinerzeit zum ersten Mal in die Hände fiel,
im Zuschnitt auf all jene, die sich interessiert zeigen, ohne gleich den
Anspruch zu erheben, ein “Freak” zu sein. Sowohl “Dr.
Nippel” als auch “Jumper” haben diese Tradition
aufrechterhalten. Von dieser Ausrichtung können sich Bildungsstätten
aller Art eine ordentliche Scheibe abschneiden. Die Darstellungen lösen
ein eigentlich uraltes, didaktisches Prinzip ein, nämlich den Menschen
“dort abzuholen, wo er steht”.
“Der
Richter auf dem Stuhle, der Maler vor der Leinwand, der Lehrer in der Schule,
vertragen keinen Einwand”
.
Bildung
ist in Deutschland nach wie vor defizitär ausgerichtet, daran werden die
Bemühungen der Ausbildungs- und Studienseminare für LehrerInnen auch
in Zukunft nichts ändern. Im Grunde genommen heißt das: wir zeigen
Dir, dass Du weisst, dass Du nichts weisst. (Und genauso springt man mit den
jungen LehreranwärterInnen auch um. Nebenbei: Diese alberne “zweite
Phase der Lehrerausbildung” ist in Deutschland einzigartig auf der ganzen
Welt. Wir Deutschen müssen’s noch immer besonders gut machen. Hat
sich in den Schulen etwas dadurch verändert? Natürlich nicht...)
Die
“Verkaufsgespräche” großer Ladenketten laufen auf nichts
anderes hinaus. Der Kunde ist der Dumme, er schämt sich heimlich, dass er
dem Personal nicht Paroli bieten kann, wenn ihm eine Grafikkarte aufgeschwatzt
wird, die vielleicht für CAD-Anwendungen ausreicht, aber für dem
Heimbetrieb vollkommen überdimensioniert ist.
“Nippel”
und “Jumper” signalisieren den LeserInnen: Es macht nichts, wenn
Ihr nichts wisst, denn wir haben alle einmal unwissend angefangen. Wissen
weiterzugeben ist die eine Sache und setzt fachliche Kompetenz voraus; es so
weiterzugeben, dass es verstanden wird, eine andere, die pädagogische
Fähigkeiten bedingt, und es dann so darzustellen, dass es eine
Bereicherung ist und kein Schamgefühl erzeugt zeigt, dass die Schreiber
mit ihrem Wissen “auf dem Teppich” geblieben sind und nicht
vergessen haben, dass sie selbst einmal ganz von vorn anfingen.
In
diesem Sinne sage ich meinen Kollegen “Jumper” und
“Nippel”: weiter so. Ich hätte mir seinerzeit gewünscht,
jemand hätte mir so behutsam auf den Weg geholfen. Man musste erst von
sogenannten EDV-Verkäufern über den Ladentisch gezogen werden. Das
Lehrgeld zum Erwerb von Computerwissen war teuer.
Ihr
Joachim König