Ausgabe 06/99
Speakers
Corner
MP3
- MPEG Audio Layer 3 Alles über Audiokompression Version 7 - von Michael
Schams
Das
Shareware-Programm WinDAC-Digital Audio Copy von Christoph Schmelnik
Musik
aus dem Internet unter http://www.hr-xxl.de
Der
Musikshop im Internet. Hier kann jeder nach seinem Wunschtitel suchen, ihn
probehören und bei gefallen auch gleich kaufen.http://www.musicondemand.de
Mit
dem ID3 Tageditor können in den letzten 128 Byte einer MP3-Datei z.B.
Titel, Interpret, Kommentare etc. definiert werden.
Rio,
ein ca. 70 Gramm leichter MP3-Player, ähnlich einem Walkman, der voll
digital arbeitet.
empeg-CAR
ein MP3-Auto-”Radio”
Das
Programm WinAmp ist in den letzten Monaten gewachsen, jetzt kann es mehr als
nur Audiodateien abspielen.
Vor
ca. 15 Jahren staunte man über die Fähigkeit der damaligen
“Heimcomputer”, Töne in unterschiedlichen Frequenzen und in
verschiedenen Wellenformen (z.B. Sägezahn, Rauschen usw.) wiedergeben zu
können. Mit dem Soundchip “SID 6581” (Sound Interface Device),
der beispielsweise im Commodore C64 integriert war, war es möglich, 4
Stimmen gleichzeitig wiederzugeben. “Damals” eine Faszination!
Im
Laufe der Jahre entwickelte sich die digitale “Compact Disc” zum
Standard-Datenträger nicht nur für Audio-Daten. In der
Computertechnik ziehen Begriffe wie “Multimedia” und
“digitale Sound- und Videobearbeitung” ein. Das “
Fraunhofer
Institut
”
begann 1987 mit der Entwicklung von Audiokompressions-Verfahren und
standardisierte später einen Algorithmus, der es ermöglichte, die
Dateigröße von Audio-Files ohne nennenswerten Qualitätsverlust
erheblich zu reduzieren und darüberhinaus in Echtzeit wieder abzuspielen.
In Anlehnung an die “Moving Picture Experts Group”, die es sich zur
Aufgabe gemacht haben, Codec-Standards (“codecs” =
Kompressions-Techniken) für Audio/Video-Daten zu entwickeln, wurde der
besagte Algorithmus “MPEG Audio Layer 3”, kurz MP3,
genannt.
Wie
kann nun ein mathematischer Algorithmus Audiodaten reduzieren? Um jenes zu
verstehen, kommen wir leider um etwas trockene Mathematik nicht herum. Um ein
analoges Signal digital verarbeiten zu können, muß jenes erstmal
mathematisch erfaßt werden. Stark vereinfacht erklärt, wird dazu zu
bestimmten Zeitpunkten die Frequenz eines Tones abgefragt und als Zahlenwert
gespeichert. Je häufiger nun diese “Abtastung” erfolgt, desto
genauer entsprechen die Zahlenwerte dem Verlauf der analogen Frequenzkurve. Man
spricht hier von der sogenannten “Abtastrate” oder
“Sample-Frequenz”. Nach der Nyquist-Theorie muß die
Sample-Frequenz doppelt so groß sein wie die höchste Frequenz, die
man speichern möchte. Das menschliche Ohr nimmt Frequenzen im Bereich von
20Hz bis 20kHz auf. So ergibt sich auch eine Frequenz von 44.1kHz, die bei
Audio-CDs verwendet wird. Das bedeutet, daß alle 22,68μs (1μs =
eine Millionstel Sekunde) eine Abtastung erfolgt.
Typischerweise
besteht ein digitales Audiosignal aus 16 Bit großen Sampels, was einen
schnell zu der Erkenntnis bringt, daß man 705,6 kBit für eine
Sekunde Musikdaten benötigt. Da allerdings zwei Kanäle (stereo)
abgetastet werden, verdoppelt sich diese Zahl auf ca. 1,4 MBit je Sekunde, bzw.
etwa 10,34 MByte je Minute (in CD-Qualität).
Mit
der entsprechenden Software ist es nun möglich, Audio-CDs digital
auszulesen (sofern das auch das verwendete CD-ROM-Laufwerk unterstützt)
und von den Liedern WAV-Files auf der Festplatte zu erzeugen. Da es
mittlerweile unzählige solcher Programme gibt, möchte ich an dieser
Stelle beispielhaft nur auf ein Shareware-Programm hinweisen, welches unter
32Bit-Windows läuft: “
WinDAC
- Digital Audio Copy
”
von Christoph Schmelnik (
http://www.
windac.de
).
Wer
bis zu dieser Stelle den mathematischen Berechnungen gefolgt ist, den wird es
nicht wundern, daß ein Lied von nur 4 Minuten Länge
über
41 MByte
Speicherplatz verwendet; eine ganze CD mit 15 Lieder demnach über 620
MByte! Genau an dieser Stelle wünscht man sich ein Verfahren, daß
die Datenmenge ohne hörbaren Qualitätsverlust reduziert. Da, wie
bereits erwähnt, die Sample-Frequenz doppelt so groß sein muß,
wie die höchste Frequenz, die man speichern möchte, sollte man die
44.1kHz nicht unterschreiten.
Die
Datenmenge läßt sich natürlich auch verkleinern, wenn man die
Samples mit weniger als 16Bit erstellen würde. Allerdings tritt dann ein
hörbares
Hintergrundrauschen
(“Quantisierungsrauschen”) auf, welches nur in leisen Passagen
wahrzunehmen ist, da laute Töne dieses Rauschen überlagern.
Man
kann also nicht generell die Anzahl der Bits reduzieren, sondern benötigt
einen intelligenten Algorithmus, der entscheiden kann, bei welchen Tönen
eine Reduktion möglich ist. Sogenannte
MPEG-Kodierungs-Software
stellt jenes zur Verfügung.
Die
MP3-Kodierung arbeitet jedoch noch intelligenter: Neben dem eben beschriebenen
Verfahren werden noch einige weitere Effekte berücksichtigt. So teilt der
MP3-Algorithmus z.B. das Frequenzspektrum in 32 “Sub-Bands” auf,
was (über eine Schwellwert-Berechnung) eine Bestimmung des
Signalrauschabstandes ermöglicht. Geringere Signalrauschabstände
(gemessen in dezibel “dB”) können mit weniger Bits dargestellt
werden. Im Vergleich zum “Layer 2” sind die 32 Sub-Bands beim
“Layer 3” nicht gleich groß, sondern an die Eigenschaften des
menschlichen Ohres angepaßt (kleinere Bandbreite in empfindlicheren
Bereichen). Ein weiterer Effekt ist das “Pre-” und
“Postmasking”. Dieser Effekt kann ausgenutzt werden, da das
menschliche Gehirn eine gewisse Zeit benötigt, um große Sprünge
in der Lautstärke umzusetzen.
Ein
ganz wichtiges Kompreimierungsverfahren ist außerdem noch das sogenannte
“Huffman-coding”, welches auch in gängigen Pack-Programmen wie
z.B. ZIP, LHA, ARJ usw. eingesetzt wird. Hierbei werden mehrere gleiche
aufeinanderfolgende Zeichen in einer Kette durch die Informationen
“Anzahl der Zeichen” und “welches Zeichen” ersetzt
(stark vereinfacht ausgedrückt).
Kurzum:
Mit einer MP3-Komprimierung kann man eine
Kompressionsrate
von 1 zu 12
erzielen. Das bedeutet, ein WAV-File mit einer Größe von 12 MB
läßt sich auf 1 MB reduzieren; oder anders ausgedrückt: ein
4-minütiges Lied mit 41 MB Dateigröße schrumpft auf ca. 3,4 MB
- ohne hörbaren Qualitätsverlust.
An
dieser Stelle möchte ich noch auf die Worte “ohne hörbaren
Qualitätsverlust” eingehen. Technisch gesehen existiert für den
Menschen wirklich kein hörbarer Qualitätsverlust. Mit den meisten
Computersystemen werden fast alle Personen keinen Unterschied zwischen dem
Abspielen einer Audio-CD im CD-ROM-Laufwerk und MP3-Dateien feststellen. Einige
Ausnahmen sind jedoch fest davon überzeugt, beide Medien unterscheiden zu
können. Sicherlich ist aber hierbei auch die Ausstattung des
Computersystems (Soundkarte, CD-ROM-Laufwerk, HiFi-Anlage, Prozessor und
softwareseitige Einstellungen) entscheidend.
Die
hier kurz (und nur im Prinzip) vorgestellten Verfahren erfordern natürlich
einen sehr hohen mathematischen Aufwand, um eine Art
“Frequenzanalyse” durchführen zu können. Daher ist zum
Erstellen von MP3-Files (also dem Komprimieren von Audiodaten) ein entsprechend
leistungsfähiger Prozessor nötig. Daauch beim Abspielen der
MP3-Dateien das komprimierte Format erst zurückkonvertiert werden
muß (und das während der Laufzeit, also während des
Abspielens), sind ältere CPUs häufig überfordert. Da wir
allerdings mittlerweile bereits bei der 3. Generation von Pentium-Prozessoren
sind, und die CPUs der 1. Generation mit weniger als 100 MHz zu einer
“aussterbenden Spezies” gehören, sollte heutzutage weder das
Komprimieren, noch das Abspielen Schwierigkeiten bereiten. Beim Umwandeln von
WAV- nach MP3-Dateien müssen Besitzer von alten P100-Systemen ihren
Computer eben ein paar Stunden rechnen lassen.
MP3
Mehr als nur Kompression
Neben
der Eigenschaft, Audiodaten effektiv zu reduzieren, bietet das MP3-Format
jedoch noch weitere Vorteile. MP3-Dateien besitzen zwar einen sogenannten “
Header”
(einen Teil am Anfang der Datei), der jedoch zum Abspielen nicht unbedingt
notwendig ist.
Im
Header befinden sich einige Informationen über die vorliegende Datei. Ich
möchte an dieser Stelle nicht detailliert auf die Informationen eingehen,
da sie in der Regel nur für Programmierer von Interesse sind. Wer sich
allerdings mehr damit beschäftigen möchte: Im Internet findet man
beispielsweise unter
http://sites.inka.de/sites/plagiats-home/mp3.html
eine recht genaue Beschreibung des MP3-Headers. Da dieser Header zum Abspielen
der Datei nicht notwendig ist, erlaubt das MP3-Format auch sogenanntes “
Streaming”.
Hierunter versteht man die Möglichkeit, einen (theoretisch unbegrenzt
langen) Strom von Audiodaten zu transferieren und abzuspielen. So kann man
beispielsweise Musik direkt über das Internet hören - vorausgesetzt,
die Geschwindigkeit des Internet-Anschlusses ist schnell genug (ISDN mit
Kanalbündelung reicht gerade eben aus). Der hessische Rundfunk strahlt
bereits seit August 1998 das Programm “
hr-xxl”
über das Internet aus, welches rund um die Uhr als Live MP3-Stream
mitgehört werden kann. Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt
von
www.liveaudio.de,
www.hr-xxl.de
und
www.mp3.de,
unterstützt von GamesZone.
Die
erforderliche Software zum Mithören stelle ich am Ende dieses Artikels
vor. Aber, wie gesagt: der verwendete Internetzugang sollte schon etwas
schneller als ISDN sein! Prognosen zufolge wird die bislang im Internet
weitverbreitete “Real Audio Technologie” immer mehr vom MP3-Format
verdrängt werden.
Auf
der IFA’97 (Internationale Funkausstellung) stellte die Deutsche Telekom
AG “
Music
on Demand
”
bzw. “Audio On Demand” vor. Auch dieser Dienst basiert auf dem
MP3-Audiokompressionsverfahren. Jeder ISDN-Nutzer hat damit rund um die Uhr die
Möglichkeit, sich via T-Online aus einem großen Repertoire seine
ganz persönlichen Musikwünsche zu erfüllen. Der Kunde kann im
digitalen Musikshop seine Wunschtitel recherchieren und sich nach dem
“Probehören” für oder gegen den Kauf entscheiden. Die
Überspielung der gewünschten Titel erfolgt in HiFi-Qualität
direkt via ISDN auf den PC des Kunden. Abgerechnet wird der Online-Musikeinkauf
über die Telefonrechnung. Laut Angaben der Telekom AG sind die Titel zum
Schutz vor Raubkopien verschlüsselt (
http://www.musicondemand.de).
Neben
dem “Header” stellt das MP3-Format noch einen weiteren Bereich in
der Datei für Informationen zur Verfügung: der “
ID3-Tag”.
Dieser Bereich befindet sich in den letzten 128 Byte einer MP3-Datei. Hier
werden Informationen über den Song abgelegt (z.B. Titel, Interpret, Name
des Albums, Jahr der Veröffentlichung, Kommentar und Genre).
Da
die Spezifikation des ID3-Tags kein offizieller Standard ist, haben
Programmierer hier einen recht großen Spielraum, auch eigene Ideen
einzubringen. So führte beispielsweise Michael Mutschler eine Erweiterung
des ID3-Tags ein, die es erlaubt, auch die Nummer des Liedes auf der CD mit zu
speichern. Sicherlich werden in zukünftigen Versionen (Version 2.0 ist
bereits in Planung) noch weitere Änderungen und Verbesserungen folgen.
MP3
- Milliarden-Verluste durch Raubkopien
Da
das Erstellen von MP3-Dateien keinen sehr großen Aufwand darstellt, und
die Datenmenge der Dateien relativ klein ist, was sich z.B. auch zum
Transferieren im Internet gut eignet, hat nicht nur die kommerzielle
Musikindustrie großes Interesse an diesem Format. Auch private Nutzer
tauschen mittlerweile ihre Musikdateien im Internet. In diesem
“virtuellen Plattenladen” gibt es (abgesehen von den anfallenden
Telefongebühren) alle Songs kostenlos - aber in der Regel
illegal!
Die
“Weltorganisation für Geistiges Eigentum” (WPO) hat im
Dezember 1996 festgelegt, daß die Urheberrechte auch in Datennetzen
gelten. Die Einspeisung von Musik gilt dadurch weltweit als
gebührenpflichtig, nur der Austausch im privaten Kreis ist kostenlos.
Hans-Herwig Geyer, Sprecher der GEMA, gab in einem Interview mit dem
“Kölner Stadtanzeiger” zu, daß der direkte Tausch in den
Chaträumen des Internets praktisch nicht kontrollierbar sei und Betreiber
von MP3-Homepages alle paar Wochen ihren Server wechseln, um so eine Verfolgung
fast unmöglich zu machen. Für die Musikindustrie
verständlicherweise eine Katastrophe! Laut Wolf Gramatke, deutscher
Vorsitzende des internationalen Tonträgerverbandes “IFPI”,
sind über 90 Prozent des im Internet kostenlos angebotenen
MP3-Soundmaterials illegale Raubkopien. Den Schaden durch Musikpiraterie im
Internet schätzt er auf mehr als drei Milliarden Mark.
Es
versteht sich von selbst, daß bei solchen Zahlen schnell gehandelt werden
muß. Die Firma “Liquid Audio”, Hersteller von Software
für Musik im Internet, entwickelte bereits ein “
digitales
Wasserzeichen
”,
daß MP3-Dateien mit einem Logo versieht und so als geschütztes
Eigentum der jeweiligen Plattenfirma kennzeichnet. Laut Rick Fleischmann,
Marketing-Direktor bei Liquid Audio, soll mit diesem Verfahren ein Standard
für die Verbreitung von digitaler Musik geschaffen werden - der sogenannte
“
Genuine
Music Standard
”.
Und auch der weltgrößte Softwarehersteller “Microsoft”
wirkt zukünftig im MP3-Geschäft mit. So stellte die Firma im April
1999 eine hauseigene MP3-Version mit dem Namen “
MS
Audio 4.0
”
vor, mit der sich Musik-Files generieren lassen sollen, die nur halb so
groß wie entsprechende MP3-Dateien sind und einen weitergehenden
integrierten Schutz gegen unberechtigte Downloads bieten.
Aber
im Internet gibt es nicht nur illegale MP3-Anbieter. Die Firma
“Lycos” bietet mittlerweile einen Suchdienst für MP3-Dateien
im Internet an. Ein weiterer Dienst namens “Mpex.net” (
http://www.mpex.net)
stöbert in 16 Suchmaschinen nach Musikdateien, die der Besucher angeben
kann. “Mpex.net” bietet aber außerdem noch weiterreichende
Informationen über das MP3-Format. Mit “RioPort”, einer
Portalseite für MP3-Musik, verweist die Firma “Diamond” den
Besucher zu zahlreichen MP3-Inhalten aller Musikrichtungen, zu Herstellern von
MP3-Playern und Encodern.
MP3
Der praktische Einsatz
Die
Firma “Diamond” bedient den weltweiten Computermarkt schon seit
längerem mit Multimedia-Anwendungen. Vielen wird dieser Hersteller
beispielsweise durch Grafikkarten und den Voodoo-3Dfx-Karten bekannt sein. Mit
einem Gerät namens “
Rio”
brachte das Unternehmen einen tragbaren, 70 Gramm leichten MP3-Player auf den
Markt, der ungefähr der Größe eines Walkmans entspricht. Da das
Gerät allerdings keine mechanischen Teile besitzt, sondern voll digital
arbeitet, ist es (laut Hersteller) sehr robust und wenig störanfällig
gegen Vibrationen und Erschütterungen - ideal geeignet auch für
Extremsport. Der “Rio” wird mit 64 MB Speicher ausgeliefert, was
ca. 60 Minuten Musikwiedergabe entspricht. Die Speicherkapazität kann
optional auf max. 96 MB erweitert werden. Nachdem man sich die Musik z.B. aus
dem Internet auf den heimischen PC geladen hat, werden die Songs über eine
parallele Schnittstelle vom PC direkt in den Speicher des Players geladen
(Dauer der Übertragung ca. 10 Sekunde für je 1 Megabyte).
Eigentlich
wurde der RIO-Player so konstruiert, daß sich MP3-Dateien nur in eine
Richtung, nämlich vom PC zum Player, übertragen lassen, um das
Erstellen von Raubkopien zu erschweren. Wie die Computerzeitschrift
“PC-Welt” im Januar 1999 berichtete, haben Hacker eine
Software-Erweiterung programmiert, mit der auch der umgekehrte Weg
funktionieren soll.
Der
“Rio” ist zwar nicht der einzige tragbare MP3-Player auf der Welt,
allerdings wird bis jetzt nur dieser in Deutschland verkauft. Informationen
über weitere tragbare Player, die vorwiegend im asiatischen und
amerikanischen Raum großen Absatz finden, können im Internet
nachgelesen werden:
“Rio
PMP300” von Diamond Multimedia (
http://www.diamondmm.com)
“Nomad
32/64” von Creative Labs (
http://www.nomadworld.com)
“MPMan
F10/F20” von Saeha (
http://www.mpman.com/eng/)
“Yepp
YP-B24” von Samsung Electronics (
http://www.yepp.co.kr)
Die
amerikanische Firma “empeg” bietet sogar ein
MP3-Auto-”Radio”
namens “empegCAR” an (
http://www.empeg.com)
Der
Verband der amerikanischen Plattenindustrie, die “Record Industry
Association of America” (RIAA), hatte im Oktober 1998 eine einstweilige
Verfügung gegen die Firma “Diamond” gefordert, da sie in dem
tragbaren MP3-Player “Rio” einen Verstoß gegen das
Urheberrecht sieht. Das Gericht hatte der Forderung nicht stattgegeben - unter
anderem deshalb, weil Diamond nachweisen konnte, daß der
“Rio” ein reines Abspielgerät ist. Um eine solche
Konfrontation mit der Musikindustrie zu vermeiden, arbeitet Creative eigenen
Angaben zufolge mit Herstellern zusammen, die Kopierschutz-Techniken (etwa das
bereits erwähnte) digitale Wasserzeichen für MP3-Dateien entwickeln.
So ist das Unternehmen auch Mitglied der “Secure Digital Music
Intitiative” (SDMI), die von der “RIAA” unterstützt
wird. Auch “Diamond” plant für seinen “Rio” eine
Änderung. So arbeitet die Rioport-Abteilung gemeinsam mit
“Intertrust Technologies” zusammen, um einen Kopierschutz für
dieses Gerät zu entwickeln.
Neben
dem Einsatz im heimischen PC und in tragbaren Playern, wird die MP3-Technik
bereits seit einiger Zeit in professionellen Radiostationen eingesetzt. In
einem Interview mit “www.mp3.de” erklärte Gerd Pinter,
Sendetechniker bei “Radio NRW GmbH” in Oberhausen, welche Vorteile
gegenüber den CDs oder Schallplatten existieren. So kommt beispielsweise
alles, was “Radio NRW” ausspielt, nicht mehr von der CD, sondern
aus dem Computer, und wird über ein herkömmliches Mischpult analog
geregelt. Genau gesagt handelt es sich hier um das Format “Musicam Layer
2” (256 Kbit bei 48 kHz), das fast dem MP3-Format entspricht. Der
Radiosender bekommt allerdings (noch) die Musik auf CD geliefert, die dann von
den Technikern erst in das System eingespielt und mit den notwendigen Daten
(Titel, Interpret, Laufzeit, Introzeiten, Outcue usw.) versehen werden
muß. Anschließend werden die Daten per ISDN zu den Lokalstationen
überspielt. “Seit es ISDN und MPEG gibt”, so Gerd Pinter,
“geht es erheblich billiger, einfacher und schneller. Es ist kein
Einmessen der Leitungen bei Live-Übertragungen mehr nötig, kein
zusätzlicher Techniker und kein Ü-Wagen. Primär dient die
Technik der Kostenreduzierung und der Verringerung des Verwaltungsaufwandes. Zu
den weiteren Lokalradios, die bereits weitestgehend digitalisiert sind,
zählen z.B. Antenne Bayern, der Bayerische Rundfunk, SWF, Radio RPR, FFH,
FFN, Hitradio Antenne, teilweise der WDR und der NDR.”
Kommen
wir aber nochmal zurück zum privaten, heimischen PC. Es gibt für die
verschiedensten Betriebssysteme (Windows, DOS, MacOS, Linux, Amiga usw.)
Programme, mit denen sich MP3-Dateien erstellen und abspielen lassen. Der
wahrscheinlich weitverbreitetste Player ist “
WinAmp”
der Firma Nullsoft (
http://www.winamp.com).
Neben den gängigen MPG-Formaten kann “WinAmp” (dank flexibler
Plug-Ins) auch WAV, MOD, XM, IT, S3M, VOC, CDDA und mehr abspielen. In den
vergangenen Monaten ist das Programm von einem einfachen Player zu einem
Softwarepaket gewachsen, das in der aktuellen Version musikgesteuerte,
grafische Effekte (“Visualizations”), Playlist-Editor, grafischer
Equalizer und sogar einen “Minibrowser” für das Internet
bietet. Weiterhin besteht die Möglichkeit, das Aussehen des Players
individuell selbst zu gestalten, oder sich die “Oberflächen”
(“Skins”) kostenlos aus dem Internet zu besorgen - und hier gibt es
mittlerweile hunderte zur Auswahl. Auch die
“Visualizations”-Plug-Ins sind im Internet leicht zu finden.
Auch
die zuvor erwähnte “Streaming-Funktion” unterstützt
“WinAmp” ebenfalls. Unter der Adresse “
http://195.88.0.212/live_mpeg”,
die man im Player unter “Play Location” eingibt, kann man das (vom
hessischen Rundfunk ausgestrahlte) Radioprogramm “hr-xxl” rund um
die Uhr über das Internet hören (sofern man einen entsprechend
schnellen Internetzugang hat). Immer die aktuellste Version von
“WinAmp” findet man auch auf folgendem deutschen Server, der sogar
in Bremen steht:
http://hellgate.hs-bremen.de/mp3/
.
Auf
diesen Internetseiten werden noch weitere Informationen und Dienste rund um das
MP3-Format angeboten. So kann man sich beispielsweise automatisch per eMail
benachrichtigen lassen, wenn eine neue WinAmp-Version veröffentlicht
wurde. Natürlich brauchen auch alle “nicht-Windows-Benutzer”
auf verschiedenste Software rund um das MP3-Format nicht zu verzichten. Auf den
deutschen Internetseiten
http://www.mp3.de
findet man in der “
Software-Rubrik”
für die verschiedensten Betriebssysteme (Win95, Win98, WinNT, Win3.1,
OS/2, Linux, Mac, DOS, Amiga usw.) genaue Beschreibungen und Querverweise zu
Playern, CD-Rippern, Encodern, Frontends und sonstige MP3-Tools.
Jetzt
bleibt mir nur noch übrig, euch viel Spaß beim Arbeiten mit diesem
Audio-Kompressionsverfahren zu wünschen. Ich bin sicher, daß uns
dieses Format, bzw. neue Verfahren, die auf dem MP3-Format basieren werden,
auch noch in den nächsten Jahren begleiten wird. Besonders bei der
momentanen Entwicklung des Internets werden solche Kompressionsverfahren im
Multimedia-Bereich sehr wichtig.
Ihr
Michael Schams
(www.hellgate.hs-bremen.de/mp3/)