Ausgabe 01/99

Inhaltsverzeichnis


Speakers Corner

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The never ending story...



Bill Gates; Der reichste Mensch seiner Zeit.


Der Kartellprozess verlief erstmal nicht wie von Bill Gates (Microsoft) gewünscht.


Frostige Zeiten für Bill Gates

Pforten von Kleinweichs Fenster vor Gericht

Da hat es doch tatsächlich jemand gewagt, den reichsten Mann der Welt vors Gericht zu zerren, und nur weil dieser Mann, Bill Gates, noch mehr Geld verdienen will.

Zur Geschichte...

Da ich mir selbst nicht ganz sicher bin, ob die Übersetzung stimmt, hier die wichtigsten Wörter und meine Übersetzung dazu: Apfel-Regenmantel = apple mac(k)intosh; Pforten = Gates; und kleine weiche Fenster = micro soft windows.
Es begab sich zu der Zeit, als die Menschen weltweit noch die volle Härte des Lebens spürten und keinen Glauben in sich trugen - aber sie wollten glauben. In dieser Zeit kauften sie sich kleine Altäre, die kleine silberne oder dunkelbraune Scheiben in sich verbargen - die einen Kasten mit Glasscheibe und ein Brett mit vielen Knöpfen brauchten. Die Menschen wollten glauben, knieten vor diesen Altären, manche sprachen mit ihnen, manche beteten sie auch an, und manche versuchten die Altäre auch nach ihrem Dafürhalten umzubauen; alles nur, weil diese Menschen Freiheit erleben wollten - aber der Glaube fehlte.
Dies alles sah ein Herrscher in einem anderen Land und dachte, wie traurig es ist, daß die Menschheit überall auf der Welt ein hartes Leben führt, keinen Glauben hat und sich nach der Freiheit sehnt - ich will ihnen helfen. Gesagt, getan, der Herrscher beschloß, der Menschheit “kleine weiche Fenster” für ihre Altäre anzufertigen, jeder sollte ein solches “Fenster” haben, um die Freiheit zu sehen; und es sollte natürlich “klein” und “weich” sein, zum Ausgleich für das harte Leben, daß die Menschen in dieser Zeit führten. Er, der Herrscher höchstselbst, würde sich “Pforten” nennen - er wollte allen Pforten zu den kleinen weichen Fenstern sein - die Menschen sollten an ihn und seine kleinen weichen Fenster GLAUBEN .
Kurz darauf sandte der Herrscher Boten in alle Lande, Städte, Dörfer und auch über das große Wasser und ließ verkünden, daß er der wahre und einzige wäre, dem nachzufolgen sich lohnen würde. Er, Pforten, würde allen Menschen das geben, wonach sie sich sehnen würden. Die Nachricht verbreitet sich schnell, daß es Hoffnung für alle gab. Das war die Geburtsstunde des Glaubens, des Glaubens an Pforten mit seinen kleinen weichen Fenstern.
Die Menschheit sah sich gerettet, es gab Millionen von Gesuchen bei Hof von Pforten, alle wollten diese kleinen weichen Fenster für ihre Altäre, alle versprachen an Pforten zu glauben. Pech nur, daß Pforten noch kein einziges dieser kleinen weichen Fenster fertig hatte. So beschloß er und gab zu verkünden, daß erstmal nur die Gläubigsten der Gläubigen kleine weiche Fenster erhielten und dies auch nur für ein kleines Opfer der monatlichen Ernte. Ja, dachte Pforten, das ist es, die Menschen, die die kleinen weichen Fenster wirklich haben wollen, müssen mir als Beweis ihres Glaubens einen Teil ihrer Ernte opfern.
Er gab Befehl, daß sich alle Glaser und Zimmerleute, die sich in seinem Reich aufhielten, zu melden hatten. Er gebot diesen Handwerkern, so schnell und so viele kleine weiche Fenster herzustellen, wie sie es in den nächsten Tagen bewerkstelligen konnten, ohne Pause, bei Todesstrafe - denn die “Gläubigen” begehrten diese. Doch das gute Material war nur im geringen Maße vorhanden, um viele kleine weiche Fenster herzustellen - Angst beschlich die Handwerker. So mischten sie dann das gute mit dem minderwertigen Material und versuchten ihr Bestes, Tag und Nacht wurde gearbeitet. Der Befehl von Pforten war eindeutig.
Nur Tage später wurden die kleinen weichen Fenster - sie sahen alle gleich aus, die Handwerker leisteten mit dem gemischten Material gute Arbeit - dann an die gläubigen Menschen gegen kleine Opfergaben vergeben. Es geschah das Unglaubliche: die Menschen waren glücklich und fanden ihren Glauben, den Glauben an Pforten und seine kleinen weichen Fenster. Die Fenster wurden dann sogleich von allen eiligst zu ihren Altären gebracht und damit verbunden. Der Kasten mit der Glasscheibe davor fing an zu leben, das kleine weiche Fenster öffnete sich und die Gläubigsten fanden ihren neuen “Gott” - es war Pforten.
Natürlich wurden auch die Zweifler, die nicht gläubig genug waren, gestraft. Hier öffnete sich das kleine weiche Fenster nicht, oder nur ein wenig, es schien blau mit kleinen weißen Zeichen. Der Glaube dieser Menschen war scheinbar nicht stark genug. Pforten erkannte das Problem des Unglaubens und segnete die Zweifler mit vielen, vielen, vielen, vielen Worten. Doch das kleine Weiche Fenster änderte sich nicht, es gab dem scheinbar Ungläubigen nicht die Freiheit, die die wahrhaft Gläubigen erfahren durften.
Ärgerlich über dieses Heidentum, denn es war schlichtweg Heidentum und nicht das teilweise mangelhafte Material, das die Handwerker verbaut hatten, um die Vielzahl der gewünschten Fenster zu fertigen, gebot Pforten diesen Menschen, ihm wegen ihres Unglaubens mehr von ihrer Ernte zu opfern. Diese Menschen sollten auch den Glauben zu ihm höchstselbst und die Verbindung zum Altar prüfen. Es könnte auch sein, so sprach Pforten, daß es am Altar läge, der - es mag vielleicht sein - nicht rein genug war, oder daß man an andere mehr glaubte als an ihn. Wenn der Glaube dann an ihn und die kleinen weichen Fenster groß genug wäre, würden auch die Ungläubigen das Heil finden.
Mit zunehmenden Wünschen der Menschen auch eines dieser kleinen weichen Fenster zu erhaschen, wuchs der Reichtum von Pforten durch die vielen Opfer- und Sonderopfergaben ins Unermeßliche. Pforten war mittlerweile so reich, daß es sich kein lebender Mensch auch nur annährend vorstellen konnte. Mit dem wachsenden Reichtum nahm natürlich auch die Macht zu, eine unvorstellbare Macht. Viele beteten ihn an und warteten auf neue kleine weiche Fenster. Für fast alle Menschen gab es nur noch Pforten, der gottähnliche Herrscher, der mit den kleinen weichen Fenstern die Freiheit und Rettung brachte und alle opferten ihm gerne einen Teil der monatlichen Ernte.
Pforten war sich selbst der Nächste und führte seine Gemeinde mit eiserner Hand. Und so geschah es, daß sich selbst die Ungläubigen zu ihm und seinen kleinen weichen Fenstern bekannten. Es gab natürlich auch andere Mächtige dieser Welt, die ebenfalls Fenster für die Altäre herstellten, oft waren diese sogar besser im Material und in der Verarbeitung, aber die immer größer werdende Glaubensgemeinde von Pforten und Pforten selbst duldete niemanden neben sich.
Was dem Herrscher allerdings auch scheinbar verborgen blieb war, daß es auch in seinem Reich andere Glaubensrichtungen gab, die mit ihrem Apfel-Regenmantel schon viel mehr Freiheit hatten, aber das ist eine andere Geschichte....
Ja, liebe Leserinnen und Leser, so war das damals in der altvorderen Zeit, natürlich ist das nur eine Geschichte und hat mit lebenden Personen oder Ereignissen überhaupt und ganz bestimmt nichts zu tun. Falls doch, wäre das ja so ein Zufall aber auch. Die Geschichte trug sich auch nicht in Deutschland, sondern in Amerika zu.
Apropos Zufall, jetzt weiß ich auch wieder, was ich eigentlich schreiben wollte (ich werde mich jetzt besser konzentrieren - Ehrenwort).

Kartellklage gegen (Bill Gates) Microsoft
Ende letzten Jahres wurden gegen den reichsten Mann der Welt, Bill Gates, bzw. seiner Firma Microsoft, von 20 Einzelstaaten der USA, dem amerikanischen Justizministerium und einigen Mitbewerbern Kartellklagen erhoben. Dabei ging es unter anderem darum, daß Microsoft ein Monopol bei Betriebssystemen für den Browser-Markt mißbraucht und den Markt für Internet-Browser zu monopolisieren versucht habe. Ausschlaggebend für diese Klagen war wohl die Einführung von Windows98. Bei diesem Betriebsystem ist es erforderlich, den microsofteigenen Internetbrowser zu installieren, bei anderen Browsern, wie z.B. Netscape.
Die Softwareschmiede von Bill Gates hat Windows in den vergangenen Jahren fortwährend um Programme erweitert, die vorher Konkurrenten als eigene Software anboten. Aus dieser Praxis resultierte auch dieser sogenannte Browser-Krieg. Der Hauptmitbewerber Netscape war 1995 mit seinem Browser Navigator - eine Zugangssoftware für das Internet - Marktführer in diesem Bereich. Microsoft entwickelte das Konkurrenzprogramm Microsoft Internet Explorer (MSIE), verteilte es kostenlos und integrierte es in Windows 95. Inzwischen hat der MSIE laut New York Times einen Marktanteil von 46 Prozent, Tendenz steigend.
Daß es sich bei solchen “Mammutprozessen” vielfach um Wordklauberei handelt, dürfte wohl jedem klar sein. So verwundert es auch nicht, daß ein amerikanischer Bundesrichter Mitte Oktober letzten Jahres feststellte, daß die Klage des amerikanischen Justizministeriums, in der es darum ging, daß Microsoft versucht habe, den Markt für Internet-Browser zu monopolisieren, aufrecht erhalten wurde und zur Verhandlung anstehe. Abgewiesen wurde jedoch, daß Microsoft ein Monopol bei Betriebssystemen für den Browser-Markt mißbraucht habe. In den folgenden Wochen und Gerichtsverhandlungen ging es dann darum, daß z.B. der Chef von dem US-Softwarekonzern Oracle, Larry Ellison, sogar die Zerschlagung des Microsoft-Imperiums forderte (ähnlich wie seiner Zeit bei dem Telefongiganten AT&T).
Schmerzlich für Bill Gates wurde es dann auch noch, als zudem vom amerikanische Justizministerium ursprünglichen und bereits anerkannten Klagepunkt, daß Microsoft nicht nur den Browser “Microsoft Internet Explorer” mit unlauteren Mitteln zu verbreiten suchte, sondern auch noch hinzukam, in eben dieser Weise auch das Betriebssystem “Microsoft Windows” vor Konkurrenz geschützt zu haben. Als Zeugen wurden hiefür vom Justizministerium die führenden Manager der Softwarekonkurrenten Apple und Sun genannt und vorgeladen. Auch von den Firmen Intel, IBM, America Online (AOL), Intuit und Netscape Communications sollten Zeugen gegen Microsoft aufgeboten werden.
Die Verschmelzung von Betriebssystem und Browser rechtfertigte Microsoft damit, daß die Kunden dies so gewünscht hätten. Ein Gericht bestätigte diese Auffassung schon im Juni vergangenen Jahres. Der Konzern warnte die Regierung, eine Einmischung in die Computerindustrie könne die gesamte US-Wirtschaft schwer schädigen. Eine stärkere Regulierung nehme der Wirtschaft den Schwung.
Der leitende Anwalt der 20 mitklagenden Bundesstaaten, Stephen Houck, nannte Gates den “wichtigsten einzelnen Teilnehmer dieses Falles”. Der Microsoft-Vorsitzende müsse gezwungen werden, persönlich vor Gericht zu antworten. Ein Unternehmenssprecher teilte mit, daß Gates keine persönliche Aussage beabsichtige. Andere Zeugen würden im Prozeß zu den Vorwürfen Stellung nehmen.
Auch die Microsoft Anwälte hatten mit allen juristischen Mitteln zu verhindern versucht, daß Bill Gates persönlich im Gerichtssaal aussagen muß. Bei früheren Prozessen war dies stets, durch die Unbeherrschtheit von Bill Gates, zum Nachteil des Unternehmens ausgegangen. “Er war unglaublich unkooperativ und machte einen sehr unaufrichtigen Eindruck”, erinnerte sich ein ehemaliger Prozeßteilnehmer. ” Fragen von Mitarbeitern der Kartellbehörde wies Gates damals als “kommunistisch” zurück.
Innerhalb dieses (Haupt)Prozesses gab es übrigens noch eine weitere Klage gegen Microsoft. Sun Microsystems klagte wegen Verletzung eines Lizenzabkommens zur Verwendung der Programmiersprache Java. Ende Oktober wurden dazu im kalifornischen San Jose neue Beweise veröffentlicht. Dazu gehörte eine E-Mail des Microsoft-Managers Ben Slivka an Konzernchef Bill Gates mit Fragen wie “Wie entziehen wir Sun die Kontrolle über Java?” oder “Wie machen wir aus Java einfach nur die neueste und beste Art, um Windows-Programme zu schreiben?” Java hatte Microsoft auf 35 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt.
Natürlich spielen jetzt auch die Bedenken vieler, im Hinblick auf den (Haupt)Prozeß, eine große Rolle, direkt gegen Microsoft antreten zu müssen. Das ist auch ein Grund dafür, daß sich der Wettbewerb in Grenzen hält. Anleger von Risikokapital scheuen sich inzwischen, in Firmen zu investieren, die Microsoft in die Quere kommen könnten. “Wenn sie in einen Markt gehen, wo schon Microsoft ist, oder nur darüber reden, daß sie das vorhaben, dann ist das für uns schon ein Anlaß zur Sorge”, sagt Dado Banatao von Mayfield Fund.
Die israelische Firma Check Point Software mußte z. B. am eigenen Unternehmen erleben, was es heißt, auch nur gerüchteweise in den Microsoft-Bereich zu kommen. Das Unternehmen mit der US-Zentrale in Redwood City entwickelt sehr erfolgreich Sicherheitssysteme für Firmennetze, vor allem die sogenannten Firewalls. Check Point hatte Ende April bessere Geschäftsergebnisse veröffentlicht als erwartet und freute sich schon auf steigende Aktienkurse, wie Sprecherin Emily Cohen berichtete. Zu ihrem Entsetzen fielen diese aber am nächsten Trag drastisch. Grund war eine irrtümlich gemachte Äußerung von Microsoft-Präsident Steve Ballmer, seine Firma wolle Check Point Konkurrenz machen. Trotz einer gemeinsamen Erklärung beider Firmen, die den Irrtum aufklärte, blieben die Aktien von Check Point auf gedrücktem Niveau. Die Anleger trauen sich noch nicht wieder zurück.
Unmöglich ist es aber nicht, gegen Microsoft anzutreten, wie die Firma Intuit mit ihrer Finanzsoftware Quicken zeigte. Aber selbst Firmen, die in bestimmten Nischen Marktführer sind, bereitet es Sorgen, daß Microsoft seine Präsenz auf 80 Prozent der Personalcomputer der Welt in die Waagschale werfen könnte.
In den folgenden Verhandlungen legten die Kläger über einhundert weitere Beweismittel vor, die das angeblich wettbewerbsfeindliche Vorgehen von Microsoft gegen Konkurrenten belegen sollen. Dazu zählten zahlreiche interne Notizen und eMails von Mitarbeitern. Es ging auch erneut um die Frage, ob Microsoft den größten Internet-Online-Anbieter AOL mit einem Knebelvertrag daran gehindert hat, auch mit anderen Softwareproduzenten wie Netscape zusammenzuarbeiten. AOL-Vizepräsident David Colburn gab im Kreuzverhör der Microsoft-Anwälte zu, daß es noch Vereinbarungen über bestimmte Dienstleistungen mit Netscape gegeben habe. Der Vertrag mit Microsoft habe aber jede bedeutende Zusammenarbeit unterbunden.
Ein Vertreter von Apple behauptete, der Softwarekonzern habe versucht, Apples Internet-Programme zu kontrollieren und konkurrierende Produkte für den wachsenden Multimediamarkt aus dem Wettbewerb zu eliminieren. “Microsoft zögert nicht, seine Vorherrschaft bei Betriebssystemen und seine Dominanz bei Applikationen auszunutzen, um den Wettbewerb zu verhindern”, war in der schriftlichen Aussage zu lesen. Weiter: “In den jüngsten Treffen mit Apple hat Microsoft seine Macht eingesetzt, um Vorteile für seinen Internet-Browser zu erlangen und Apples Quick Time Technologie zu behindern”, so Apples Vizepräsident für die Softwareentwicklung.
Ein weiteres unangenehmes Geheimnis platzte, als eine firmeninterne eMail von Microsoft zum Vorschein kam und belegte, daß Microsoft das Freeware-Betriebssystem L INUX als Bedrohung seiner Marktmacht empfunden hat. Das Dokument wurde von dem Unternehmen als authentisch bestätigt. In der eMail waren Vorschläge zu Schutzmaßnahmen zu lesen, die der MS-Manager Vinod Vallopillil seinem Arbeitgeber gegen die populäre “Open Source Software” (Programme mit frei veränderbarem Quelltext) wie Linux oder Apache machte. In den USA wurde das Bekanntwerden des Dokuments zunächst als Halloween-Scherz gehandelt und ist deswegen unter dem Namen “Halloween”-Memo unter der Adresse http://www.tuxedo.org/~esr/halloween.html im Netz abzurufen.
Damit nicht genug, Microsoft kündigte die Umbenennung von Windows NT 5.0 in Windows 2000 an, obwohl der Name Windows2000 bereits seit Februar 1996 von einer Firma des Webcam-Dienstes gesichert wurde ( http://www.windows2000. com ). Microsoft sieht das allerdings ganz anders: Der Konzern kann auf eine Reihe von Fällen verweisen, in denen ihm das Recht an verschiedenen Windows-Namenskombinationen zugesprochen wurde. Dementsprechend selbstbewußt heißt es aus der Firmenzentrale: “Wir gehen nicht von einem langen Streit aus.”
Selbst der Riesenkonzern Intel wurde nach Aussage des Intel-Manager Steven McGeady von Microsoft unter Druck gesetzt. Microsoft, so die Aussage, habe Intel gedrängt, auf die Entwicklung von Software für das Internet zu verzichten. “Bill machte sehr deutlich, daß er unsere nächsten Mikroprozessor-Angebote nicht unterstützen würden, wenn wir keine Übereinstimmung erzielen würden.” Diese Drohung sei “glaubwürdig und ziemlich schrecklich” gewesen.

Diese und andere Vorwürfe gab es in diesem Prozeß zu hauf, ob es sich hier, wie Microsoft oft darlegte, “nur” um Neid oder das Herabwürdigen des Konzerns handelt wissen wir nicht. Es ist halt mal wieder ein amerikanisches Spektakel gewesen.

Am 17. Oktober 1998 wurde vom Bezirksgericht in San Jose eine einstweiligen Verfügung gegen Microsoft ausgesprochen. Danach muß Microsoft in den nächsten 90 Tagen sein Betriebssystem Windows 98 und andere Programme ändern, die nicht dem Standard der Java-Technik entsprechen. Dies bezieht sich nicht rückwirkend auf die bereits verkauften, sondern nur auf die neu gelieferten Produkte. Pech für die Anwenderinnen und Anwender, die sich schon mit Windows 98 eingedeckt haben?!

Microsoft-Sprecher Jim Cullinan teilte mit, sein Unternehmen werde der richterlichen Anordnung Folge leisten, zugleich aber alle juristischen Möglichkeiten für das weitere Verfahren prüfen. Die endgültige Entscheidung in dem Rechtsstreit steht noch aus. Ein Nebeneffekt des bisherigen Kartellprozesses ist, daß amerikanische Unternehmen aus allen Bereichen der Wirtschaft neuerdings ihre eMail-Ordner löschen. Seit elektronische Post im Verfahren “US-Justizministerium gegen Microsoft” als offensichtlich belastendes Beweismaterial diente, wird sie von zahlreichen Konzernen ganz anders eingeschätzt. Der Hintergrund: In einer Aussage unter Eid widersprach Microsoft-Boß Bill Gates seiner eigenen eMail und überführte sich dadurch selbst.

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