Ausgabe 11/98

Inhaltsverzeichnis


Game Corner

Dune 2000



Westwood hat wieder zugeschlagen! Noch vor der Veröffentlichung von Command and Conquer 3 gibt es einen Relaunch des Urvaters der Echtzeitstrategiespiele: Dune 2, und weil es schicker aussieht und Maxis auch schon Erfolg gebracht hat, werden halt noch 3 Nullen rangehängt. Aber zum Glück vieler Anhänger, sind die Nullen nicht die einzige Veränderung.
Bei der Graphik hat sich schon mal einiges getan, denn die Auflösung wurde von 300 x 200 auf 600 x 400 Bildpunkte hochgeschraubt. Obwohl 600 x 400 Pixel auch nicht gerade sehr zeitgemäß ist und ansonsten die Engine verdammt viel Ähnlichkeit mit dem etwas in die Tage gekommenem Command & Conquer 2 hat, gibt es einen entscheidenden Unterschied, nämlich daß das Spiel 16 Bit Farbtiefe hat, was fantastische Feuer-, Rauch- und Transparenzeffekte erlaubt.
Einer der größten Pluspunkte von Dune 2000 ist die Sounduntermalung, denn die Westwoodkompositionen klingen extrem gut, die Sprachausgabe ist genial und die Soundeffekte sind auch nicht schlecht. Doch was in diesem Spiel wirklich super programmiert ist, sind die kinoartigen Zwischensequenzen, die einen in die Story hineinversetzen und wirklich sehenswert sind.
Wo wir gerade bei der Story sind, im Universum gibt es einen Planeten, auf dem ein seltenes Gewürz namens Spice wächst,das


Der Padisha-Imperator, der das ganze Universum beherrscht, hat die drei Adelshäuser Atreides, Ordos und Harkonnen zu einem Wett-Spiceernten auf dem Planeten Arrakis, auch Dune genannt, aufgefordert. Wer diesen Wettstreit gewinnt, dem gehört nicht nur Dune, nein, er wird sogar noch General des Padisha-Imperators.
Trotz verschiedener Mentalität gibt es keine großartigen Unterschiede bei der Bewaffnung der Häuser, außer:
- daß die noblen Atreides auf Luftwaffe und getarnte Wüstentruppen,
- die hinterlistigen Ordos auf Saboteure und Bekehrung der Gegnertruppen
- und die bösartigen Harkonnen auf verschiedene verbotene Nukleartechnologien schwören.

Wer einmal C&C1 bzw.2 gespielt hat, wird sich schnell zurechtfinden, denn die Menüs und die meisten anderen Features wurden übernommen. Allerdings ist es schon etwas her, seit Command & Conquer aktuell war. Heute will der Stratege Waypoints setzen, mehrere Einheiten auf einmal in Auftrag geben und mehr Unterschiede zwischen den Parteien haben. Denn es hat schon Einfluß aufs Gameplay, ob man zehn Einheiten in Auftrag gibt und Ruhe hat oder eine Einheit nach der nächsten baut. Auch Einfluß auf das Gameplay (das ansonsten sehr gut ist) haben die dann und wann auftretenden Sandwürmer, die sich mit Vorliebe von Panzern und Infanteristen ernähren (der „Wüstenplanet” läßt grüßen).

Wer auf massenhaft viele Features und absolut zeitgemäße Grafik steht, sollte lieber einen Bogen um Dune machen. Diejenigen, die allerdings die etwas veraltete C&C 2 Engine und die für heutige Verhältnisse etwas kleine Featuresliste in Kauf nehmen, bekommen ein äußerst atmosphärisches Spiel im Stil „der Klassiker” geboten, was einen so schnell nicht losläßt.

FSK: ab 16 Jahre

Testmuster zur Verfügung gestellt von GAME-WORLD
Computerspiele-Vertriebs GmbH
Tester: Alexander Rosenke




Kartenspiele

Daß Kartenspiele auf dem PC in der heutigen Zeit nicht so gefragt sind wie „3D-Baller-Spiele” ist schade. Denn diese Spiele sind, so man sich erstmal damit befaßt, nicht nach irgendwelchen Leveln uninteressant, sondern bieten für eine sehr lange Zeit Spielfreunde. Aus diesem Grund wollen wir Ihnen hier einige vorstellen.

Doppelkopf98

Doppelkopf98 beherrscht nicht nur die üblichen Papier-Regeln sondern auch sämtliche „Kneipenregeln”. Eine Sprachausgabe erweckt bis zu vier unterschiedliche Gegner zu künstlichem „Leben”. Der integrierte CD-Player sowie ein Abspielmodul für MIDI-Dateien macht eine Partie mit Doppelkopf98 durch die Möglichkeit eines frei wählbaren „Hintergrund-Musikteppichs” ebenso realistisch, wie sie in der Stammkneipe wäre.

Auf der CD liegt das Spiel in 3 Versionen vor, die sich hinsichtlich der Soundausgabe und somit auch des Festplattenplatzbedarfs unterscheiden. In der kleinsten Version (2 MB auf der Platte) sind lediglich Kartengeräusche zu hören. Die mittlere Version benötigt immerhin schon knapp 18 MB. Dafür kann sie aber auch mit einer kompletten Soundausgabe des „Kommentators” aufwarten. Die „38 MB-Version” bietet den vollen Leistungsumfang bei der Soundausgabe, so daß der Spieler im Idealfall gar nicht merkt, daß er allein vorm Rechner sitzt. Eine Testversion steht kostenlos im Internet unter www.edv-cdrom.com zum Download zur Verfügung.

Bridge98

Hierbei handelt es sich um die Li-zenzversion eines international bekannten Bridgeprogramms, daß 1997 bei der Meisterschaft in den USA den zweiten Platz erreichte.

Durch die Hilfefunktion zu jedem Schritt des Spiels eignet sich mediaGlobe Bridge98 gut als Lernprogramm für Einsteiger. Doch die Spielstärke macht das Programm auch zu einem Trainer. Das Spiel wird bereits mit über 100 Bietkonventionen ausgeliefert. Diese können dazu dienen, eigene Konventionen zu erzeugen.

Um eine richtige Trainingssituation zu schaffen, besteht die Möglichkeit, Blattnummern direkt aufzurufen. Selbst eine „Mogelfunktion” läßt sich aktivieren. Es wiederholt auf Befehl sogar ganze Teilungen noch einmal. Als Abrechnunsgmöglichkeiten bietet es Rubber-, Team-, Paar- und die IMP-Abrechnung.

Schafkopf98

Last but not least Schafkopf98. Von Bayern aus begann dieses Kartenspiel seinen Siegeszug in die Welt. Etwa um 1500 erfunden brauchte es fast 500 Jahre, um endlich auch in einer Version für Windows verfügbar zu sein.
Schafkopf98 präsentiert sich, wie wir es vom Stammtisch her kennen: mit dem deutschen Blatt, Ass, 10er, König, Ober, Unter, 9er, 8er, 7er. Egal ob im Einzel gegen 3 Gegner, oder im sogenannten „Sauspiel” 2 gegen 2, alle wichtigen Spieleinstellungen werden unterstützt. So richtig rund wird die Sache erst durch eine Sprachausgabe für alle Spiele und Ansagen, die wahlweise männliche und weibliche Stimmen bietet. Neben den Standardregeln beherrscht mediaGlobe Schafkopf 98 auch andere Varianten, wie etwa Solo, König, Geier, Wenz, Farb König, Farb Geier und Farb Wenz.

PS.:
Im Gegensatz zur „Behauptung” vieler Wörterbücher heißt das Spiel nicht Schaf-s-kopf, sondern Schafkopf. Richtig müßte man sogar Schaf-f-kopf schreiben. Denn die Wurzeln des Namens liegen nicht, wie meist vermutet, beim Kopf eines Schafes. Vielmehr wurde es nach den Deckeln von Fässern benannt und jene Deckel nannten die Schäffer (die Fassbauergilde) „Köpfe”. ihre Fässer nannten sie „Schaffen”.

Der Ladenpreis beträgt bei allen Spielen je 39,- DM und sind wie immer im Handel erhältlich. (eb/hi)v


Commanche Gold

Wo wir gerade bei Wiederveröffentlichungen sind; Comanche Gold ist nun die verbesserte Version von Comanche 3.

Für die, die es nicht wissen, Comanche 3 bzw. - Gold sind Hubschraubersimulationen und zwar ziemlich gute. Wer dieses Spiel-Genre gerne mag, kann schon mal sein Portemonnaie zücken und zuschlagen, alle anderen Interessierten sollten mal Probespielen, oder es aber auf ihre Weihnachtswunschliste setzen. Vielleicht läßt sich ja jemand erweichen.

Daß die Grafik gut ist, steht sicherlich für Alle außer Frage, weil dieses Spiel zahlreiche, detaillierte Objekte hat und auch sonst über eine schöne Optik verfügt. Der Sound ist meiner Meinung nach ebenfalls gut gelungen und weiß zu gefallen. Die Effekte sind realistisch gestaltet und die Hintergrundmusik passend ausgewählt. Comanche Gold ist sehr gut ausgewogen im Gameplay, es gibt äuß erst selten unfaire Stellen und die Missionen sind meistens sehr spannend gestaltet.

Aber was ist nun neu, also sprich „Gold” an Comanche? Als allererstes wären da sechs neue Missionen von einem original Comanche Piloten und zweitens ein guter, aber schwierig zu bedienender Editor zum Erstellen eigener Missionen.

Die Missionen, die der Comanche Pilot erstellt hat, sind nicht so actionlastig, sondern äußerst realitätsbezogen. Einerseits hat hier der Hubschrauber weniger Bewaffnung, andererseits gibt es in diesem Falle weniger Gegner, die aber geschickter verteilt sind. Die Brieflings bei den sechs neuen Missionen sind sehr militärisch gestaltet.
Fazit: Comanche Gold ist ein wirklich schönes und für mich empfehlenswertes Spiel, welches aber aufgrund von teilweise wirklich komplizierter Steuerung und schwerer Aufträge für Einsteiger nicht uneingeschränkt empfehlbar ist
FSK: ab 12 Jahre

Testmuster zur Verfügung gestellt
von GAME-WORLD

Computerspiele
Vertriebs GmbH
Tester:
Alexander Rosenke