Ausgabe 11/98

Inhaltsverzeichnis


Hacker besuchte RTL-Online



Die Homepage des Fernseh-senders RTL hatte Anfang Oktober auch Bekanntschaft mit einer etwas ungewöhnlichen Hacker-Message gemacht: Der offenbar liebeskranke Computer-Freak beschwerte sich bei seiner Angebeteten über eine ausgebliebene Reaktion auf seine Liebesgrüße. Zitat: „Ich wollte nur sagen, daß ich sehr traurig bin, daß ich noch keine News von Heike habe.” Seinen Auftritt „perfekt” machte ein sogenannter Link mit dem Text „try ARD”. Diesen angeklickt, landete man flugs auf der Onlineseite der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Im Laufe der folgenden Nacht wiederholte der Unbekannte das Spiel auf der ARD-Internetseite mit dem Link „try RTL”.
Dazu Michael Ortlepp, Ressortleiter RTL-Online: „Wir haben es offenbar mit einem Profi-Hacker zu tun, der von außen in unser Netz eingedrungen ist. Mit einer selbstentwickelten Software hat er dabei alle seine Spuren verwischt. Auf unserem Server befinden sich keine sicherheitsrelevanten oder geheime Daten aus dem Hause RTL. Trotzdem werden wir so schnell wie möglich versuchen, dem Spaßvogel auf die Schliche zu kommen und ihm das Handwerk zu legen. Bis dahin kann es für Internet-Surver beim Besuch auf unserer Homepage unter http://www.rtl.de vorübergehend zu Schwierigkeiten kommen. Dafür bitten wir um Verständnis. ”
Natürlich will RTL den vereinsamten Computer-Freak nicht im Regen stehen lassen. „Er kann sich jederzeit - auch anonym - bei uns melden. Bei der Suche nach seiner geliebten Heike helfen wir ihm auf unseren Seiten jederzeit gern”.(ots/hi)



Homepage des Verfassungsschutzes umgestaltet

Die Homepage des Kölner Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) www.verfassungsschutz.de ist von einem Hacker durch Grußbotschaften ersetzt worden. Am Ende der Liste fand sich noch ein Verweis auf eine Seite mit politischem Inhalt, die dem Verfassungsschutz ebenfalls untergejubelt wurde. Mitglieder der „asozialen Randgruppe Frankfurt (aRF)” protestieren darin gegen die Überwachungspolitik der alten Bundesregierung und appellieren unter anderem an die neue Regierung, „ein Deutschland zu schaffen, in dem man wieder frei atmen kann.” Mit Bildern aus der Muppets-Show machen sie sich über Politiker lustig.
Hinter dem Coup steckt ein 18 jähriger Hacker mit den Spitznamen Kim Schmitz und NetGuru. „Eigentlich habe ich gar nichts gegen den Verfassungsschutz, das ist mehr ein Witz”, meinte der 18jährige Hacker. „Das ist auch nur aus purer Langweile entstanden”. Er betonte, daß „absolut kein Schaden entstanden” sei und er nur zeigen wolle, daß nicht nur amerikanische Hacker zu solchen Taten fähig seien. Um den Rechner zu knacken, habe er einen Bug in Linux ausgenutzt, der mehrere Distributionen (Debian, Suse, Red Hat) betreffe und nicht publiziert sei. „Mit Hilfe dieses Fehlers im Betriebssystem war es superleicht”, freute sich Schmitz und nahm die Betreiber des Servers in Schutz: „Der Rechner ist sehr sicher, aber die Administratoren hatte eben keine Chance”.
Das Pseudonym Kim Schmitz hat in der Szene für Unruhe gesorgt, berichtete die CHIP-Redaktion. Denn der echte Kim Schmitz ist ein bekannter ehemaliger Hacker. Als Kimble erregte er vor einigen Jahren durch spektakuläre Computereinbrüche ziemliches Aufsehen. Inzwischen hat der echte Schmitz die Seiten gewechselt und betreibt in München die Firma data protect GmbH für Daten- und Netzsicherheit.



Anmerkung der BfV-Pressestelle (gekürzt):

Die Homepage des Kölner Bundesamtes für Verfassungsschutzes wurde von einem - angeblich 18-jährigen - Hacker „umgestaltet”. Durch den „Witz aus purer Langeweile” sei „absolut kein Schaden entstanden”, so wird er zitiert.
Der Junge hat recht. Unser Schaden ist das Medienecho nicht wert: An sensible Daten kam er nicht ran, weil die Daten der Öffentlichkeitsarbeit des BfV von einem privaten Service-Provider eingestellt werden und Verbindungen zum „Nachrichtendienstlichen Informationssystem” (NADIS) nicht bestehen. Die manipulierte Hompage ist wiederhergestellt. Einzige kleine Einschränkung: Aus Sicherheitsgründen mußten wir vorübergehend unseren „Online-Bestellschein” aus dem Angebot nehmen.
Die Sache hat übrigens auch ihre guten Seiten: So wurden wir auf eine Sicherheitslücke aufmerksam gemacht. Außerdem konnten wir an der Zahl der Zugriffe danach ablesen, daß es ein äußerst erfolgreicher PR-Gag zu unseren Gunsten war. Jetzt weiß es jeder, daß wir im Internet sind. Wir sollten dem jungen Mann also eigentlich dankbar sein. Fast schade, daß so etwas strafbar ist (§303aff. StGB)! (ots/hi)




Schlimmer als Viren: Vandalensoftware

Computernutzer sollten die Annahme multimedialer eMails grundsätzlich ablehnen. Mit dieser Empfehlung warnt die auf Sicherheitssoftware spezialisierte „The Bristol Group GmbH” (Mörfelden-Walldorf) vor neuen Gefahren aus dem Internet. Der Grund: Multimedia-Mails sind in der Programmiersprache HTML (Hypertext Markup Language) verfaßt, die leicht als Hort für eine neue Generation versteckter Vandalenprogramme dienen kann. Beim Öffnen der Nachricht wird das Zerstörungsprogramm sofort ausgeführt, ohne daß der Benutzer es stoppen kann. Die Bedrohung geht nach Darstellung von Bristol weit über herkömmliche Computerviren hinaus, weil die Vandalen automatisch zuschlagen und von herkömmlicher Antivirensoftware nicht abgefangen werden. Vandalen lassen sich mit Dynamic HTML, Java und ActiveX unsichtbar in HTML-Seiten verstecken: Während der Benutzer eine Seite liest, wird die Festplatte dann gelöscht oder der Computer für unberechtigten Internet-Zugriff freigeschaltet, gibt Bristol Beispiele.
Laut Bristol hängt die hohe Vandalengefahr mit Sicherheitslücken in den eMail-Programmen Microsoft Outlook und Outlook Express, Netscape Communicator und Eudora zusammen. So arbeiten die für den Empfang der elektronischen Post eingesetzten Programme ähnlich wie Webbrowser. Das Problem: Eine Nachricht, die der Benutzer einmal in seinen elektronischen Eingangskorb heruntergeladen hat, wird von den Mail-Programmen automatisch als „sicher” eingestuft, ohne daß der Inhalt zuvor überprüft wurde. Öffnet der unbedarfte Empfänger die Post, wird die multimediale HTML-Seite auf dem Bildschirm dargestellt und ein möglicherweise darin verstecktes Vandalenprogramm sofort ausgeführt.
„E-Mail ist die am meisten genutzte Internet-Anwendung und zugleich die unsicherste”, erklärt Bristol-Geschäftsführerin Ruth Townsend: „Gegen den Internet-Vandalismus gibt es derzeit nur eine Abhilfe: Multimedia-Mails grundsätzlich meiden! Über 90% aller eMails sind reiner Text ohne multimediale Elemente.” Weitere Sicherheitstips gibt The Bristol Group auf ihrer Homepage unter www.bristol.de. (eb/hi)



Flugpreisanalyse


Etwas zu spät für die diesjährigen Sommerferien - aber für die kommenden „arbeitsfreien” Tage - bietet jetzt der Travel Club aus München unter http://www. Airres.com Preisabfragen von 750 Fluggesellschaften und ca. 800.000 Discount-Tarifen aller weltweiten und innerdeutschen Flüge an.
Der Benutzer wählt den Abflug- und Ankunftsflughafen sowie den Zeitpunkt des Hin- und Rückflugs. Als Ergebnis erhält er die Namen der Fluggesellschaften, die Flugnummern, die Flugzeiten und das Routing - nach Preisen sortiert. Man kann die Verfügbarkeit des Fluges checken und sich Platz und Preis unverbindlich drei Tage reservieren lassen. (eb/hi)



Irish-Shop eröffnet

Im Internet ist der virtuelle Irish-Shop unter der Adresse: http://www.Irish-Shop.de eröffnet worden. GUINNESS Deutschland betreut diesen bundesweiten Irish - Shop als offizieller Hauptsponsor. Es gibt keinen Mindestbestellwert und alle Artikel erscheinen schnell am Bildschirm zuhause. Geliefert wird per Nachnahme oder auf Rechnung. (ots/hi)



Die Suche hat ein Ende: die Freundschaftsfabrik

Das Internet - unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1998. Seit Jahren ziehen Millionen von Datenreisenden durch digitale Welten. Auf der Suche nach Kontakten und Informationen stoßen sie in Regionen vor, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat und oft auch gar nicht sehen wollte. Jetzt hat das Herumirren ein Ende: Mit dem Internet Angebot FriendFactory bietet Sony allen deutschsprachigen Internet-Benutzern eine Kommunikationsplattform an, auf der man Gleichgesinnte treffen, Freundschaften schließen, die eigene Homepage hinterlegen oder gezielt nach Informationen suchen kann. FriendFactory - die Freundschaftsfabrik - ist angeblich eines der ersten deutschsprachigen Community-Angebote.
Das Tor zur FriendFactory ist das ConnectionCenter. Die kostenlos im Internet oder per CD-ROM erhältliche Software wird einfach zusammen mit dem Browser beim Online-Zugang gestartet und läuft im Hintergrund mit. Sie erkennt sofort, welche anderen FriendFactory-Benutzer online sind und bietet verschiedenste Möglichkeiten an, mit ihnen in Kontakt zu treten. Über die intuitiv zu benutzenden Icons des ConnectionCenters kann man E-Freundschaften knüpfen, kurze eNotes verschicken, die sofort auf dem Bildschirm des Angeschriebenen erscheinen, in virtuellen Plauderrunden mit mehreren gleichzeitig chatten oder in verschiedensten Diskussionsgruppen Beiträge hinterlegen.
Jeder FriendFactory Benutzer erhält nach der Anmeldung eine E-Mail-Adresse und ausreichend Speicherplatz für die eigene Homepage. Je nach Interesse kann man sich entweder an den bereits vorhandenen Communities beispielsweise zu Sport, Musik, Technik, Events und Lifestyle beteiligen oder selbst mit Gleichgesinnten eigene Communities gründen. Die jeweiligen Community-Manager versorgen ihre digitalen Freunde mit aktuellen Infos, geben Tips oder helfen bei technischen Problemen weiter. Je genauer FriendFactory-Benutzer bei der Anmeldung ihre persönlichen Vorlieben hinterlegen, umso besser können sie zudem automatisch mit auf ihre Interessen zugeschnittenen Informationen und speziellen Angeboten versorgt werden. So sind FriendFactory-User immer auf dem neuesten Stand, ohne ständig auf der Informationsflut von einer Welle zur anderen surfen zu müssen.
FriendFactory ist eine digitale Welt, die von ihren Bewohnern ganz nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden kann. Im Internet unter www.friendfactory.com. (ma)



Netpresenter

Mit Netpresenter 3.1 bietet die meneco AG, Oberursel, jetzt ein System zur „einfachen und schnellen” Information der Mitarbeiter eines Unternehmens. Dazu nutzt das Programm unter anderem den Bildschirmschoner als Informationskanal (Informations-Channel), um multimedial aufbereitete Präsentationen anzubieten. Niemand muß mehr - wie etwa bei einer eMail - Informationen abfragen, sondern jeder erhält sie automatisch, wenn der Bildschirmschoner anspringt (Push-Technologie). Darüber hinaus steht dem Anwender ein Player zur Verfügung, um gezielt Informationen einzelner Channel abzurufen.
Für die Gestaltung der Präsentationen verfügt der Netpresenter über einen Editor, mit dem sich Texte, Graphiken sowie Audio-, Video- und HTML-Daten zu einem multimedialen Informationskanal aufbereiten lassen.
Innerhalb der Präsentation lassen sich sowohl Verzweigungen ins Intranet als auch ins Internet einfügen (Hyperlinks), um bei Interesse weitere Informationen interaktiv abzurufen. Da das Programm auch in einem herkömmlichen Client/Server-Netzwerk (LAN) arbeitet, bietet sich damit die Möglichkeit, Mitarbeiter nahtlos an eine neue Intranet/Internet-Umgebung (WAN) heranzuführen.
Für die gezielte Information zum Beispiel einer einzelnen Abteilung erlaubt das Programm darüber hinaus die Erstellung sogenannter Subchannel. Diese werden dann nur entsprechend autorisierten Mitarbeitern angezeigt. Das Programm verfolgt und aktualisiert Inhalte automatisch, und auf Wunsch blinkt das Player-Icon bei neuen Informationen auf. Über den Player kann sich der Anwender dann in Ruhe innerhalb einer Präsentation bewegen. So ist stets gewährleistet, daß den Adressaten alle Informationen erreichen - von der einfachen Ankündigung eines neuen Formulars über die Vorstellung neuer Mitarbeiter/innen bis hin zu inhaltlich umfangreichen Lernprogrammen.
Last but not least gibt es den Netpresenter-Alarm: Wichtige Nachrichten erscheinen sofort und direkt auf dem Bildschirm, laufende Anwendungen gehen in den Hintergrund. Der Netpresenter 3.1 ist für Windows 3.11, Windows 95 sowie Windows NT verfügbar. Mit einem Speicherplatzbedarf beim Client von unter 300 kByte eignet er sich auch für den Einsatz auf 386/486-PCs. Dadurch, daß stets nur neue bzw. geänderte Informationen übertragen werden, wird das vorhandene Netzwerk in der Regel nur so stark belastet wie durch den normalen eMail-Verkehr. Das Starterpaket mit Editor und zehn Playern kostet rund 3.000,- DM. Weitere Player liegen dann je nach Stückzahl zwischen 30,- DM und 50,- DM. (eb/hi)
Weitere Informationen: meneco AG i. Gr., Telefon 06171/50602-00, Internet: http://www.meneco.de



Ist ISDN jetzt out? Internet aus der Steckdose

Digital PowerLine startet jetzt (leider nur) in Süddeutschland ertsmals das Projekt für den Internet-Zugang über das ganz normale Stromnetz.
Mit einem Internet-Zugang über Digital PowerLine lassen sich Übertragungskapazitäten von bis zu 1 MB/s in beide Richtungen realisieren, d.h. Daten können mehr als zehnmal so schnell übertragen werden wie über einen ISDN-Zugang. Durch die permanente Verfügbarkeit bleiben dem Nutzer das zeitraubende Einwählen und die damit verbundenen Komplikationen erspart. Diese neue Technologie erlaubt es - wie bei einem Internet-Direktzugang üblich - gleichzeitig mehrere Geräte an eine einzige Box anzuschließen, so daß verschiedenen parallelen Anwendungen innerhalb eines lokalen Netzwerks nichts im Wege steht.
In der zweiten Jahreshälfte 1999 soll der Internet-Dienst per Stromleitung dann möglichst vielen Nutzern angeboten werden können. (eb/hi)



Internet über Kabelmodem

Alternativ zum „Internet aus der Steckdose” stellte der Aachener Computergrafik- und Datenkommunikations-Hersteller ELSA das erste europäische Kabelmodem vor. Diese Geräte sollen den kostengünstigen und schnellen Internet-Zugang über konventionelle Fernsehkabelnetze ermöglichen und werden ab Mitte 1999 verfügbar sein. Die Kabelmodems sind 2-Wege-fähig: Daten werden (im Megabit-Bereich) aus dem Internet zum Anwender und vom Anwender in das Internet übertragen. Hierzu werden die existierenden Fernsehkabelnetze genutzt, so daß keine Telefongebühren anfallen.
Das von ELSA entwickelte Gerät entspricht als erstes europäisches Kabelmodem dem MCNS/DOCSIS-Standard. MCNS bedeutet ”Multimedia Cable Network System” und ist ein Zusammenschluß der US-Kabelgesellschaften mit dem Ziel, einen weltweit gültigen Kabelmodem-Standard zu definieren. DOCSIS bezeichnet die technische Spezifikation dieses Standards und steht für ”Data Over Cable Service Interface Specification”. Durch diese Standards werden jetzt erstmals Kabelmodems unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren können. (eb/hi)



Motorrad.net


Der herstellerunabhängige Onlinedienst will dem Motorrad-Fachhandel über das Internet eine neue Vertriebsschiene eröffnen. Hans R. Weschta, als ehemaliger Verkaufsleiter der Harley-Davidson GmbH, will mit der Weiterentwicklung des Branchendienstes Händlern und Kunden einen Marktplatz bieten, der Motorradfahrer nicht nur mit den neuesten Informationen versorgt, sondern auch die Erlebniswelt „Motorrad” vermittelt. (ots/hi)

Weitere Informationen: Telefon 06722/910210, Internet: http://www.motorrad.net