Ausgabe 09/2000
SPEAKERS
CORNER
Das
Internet - Was ist das?
Das
Internet - Was ist das?
Die
Hompage des CA’s: http://www.is-bremen.de/ca/
Beispiele
unserer Hompage: Wenn man Hypertextfunktionen im Internet aktiviert springt man
in eine andere Ebene.
Apple
stellt ein „völlig neues Design” vor, der Mac G4 Cube.
Kleinstrechner
aus dem Jahre 1991
So
sah 1991 das neue „Kompaktwunder” (31 x 14 x 10 cm, 2,8 kg leicht)
von EMM GmbH aus.
Auf
den folgenden Seiten kommen wir nun auch zum Ende unse rer Serie „Das
Internet - Was ist das?”. Wir haben in den letzten beiden Monaten unter
anderem über die Entstehung des Internets, über eMail-Adressen und
deren Aufbau, Domänen, Internet-Telefonie, Telnet, FTP (File Transfer
Protocoll), WWW (World Wide Web), Hypertext und vieles mehr geschrieben. Dies
alles sollte Ihnen (die noch nichts, oder nur sehr wenig mit dem Internet zu
tun haben) dazu dienen, das Internet etwas besser zu verstehen.
Ein
Wort allerdings, das uns im Zusammenhang mit dem Internet häufig begegnet,
haben wir noch nicht besprochen und das heißt:
Homepage
Mit
„Homepage” wird normalerweise die Einstiegsseite eines WWW-Servers
bezeichnet. Zu deutsch, bei einer mehrseitigen Darstellung eines im Web
stehenden Anbieters die jeweils erste Seite, auf der man ankommt, wenn man die
Adresse (URL - Unified Resource Locators )
anwählt. Von dort aus können Sie einfach per Menüauswahl mit den
Cursortasten auf weitere Informationsseiten wechseln.
Um
die ganze Sache mit dem WWW-Seiten und dem Hypertextfunktionen zu
verdeutlichen, gehen wir auf unsere „Homepage” (Startseite), indem
wir die Adresse (URL)
http://www.is-bremen.de/ca/
in unserem Internetprogramm (Browser) eingeben.
Nachdem
sich die „Web-Seite” aufgebaut hat, sind Sie im Inhaltsverzeichnis
der derzeit aktuellen Ausgabe. Versuchen Sie doch mal mit Hilfe der
„Hypertextfunktion” - die für den Anwender unsichtbar im
Hintergrund abläuft - einen Sprung in „Speakers Corner”.
Dazu
führen Sie bitte den Mauszeiger auf den
unterstrichenen
(blauen) Text. Als Beispiel nehmen wir hier ja: „
Speakers
Corner
”.
Der Mauszeiger wird sich in eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger verwandeln
- das ist ein sicheres Zeichen für eine „Hypertextfunktion”.
Wenn jetzt die linke Maustaste einmal gedrückt wird,
„springen” Sie in die Kolumne. Hier finden Sie dann den gleichen
Text und die Bilder wie bei der „gedruckten” Ausgabe des Computer
Anzeigers.
Wenn
Sie eine ältere Ausgabe unseres Magazins suchen, können Sie direkt -
auch wenn Sie gerade in der aktuellen Kolumne „Speakers Corner”
sind - mit dem Mauszeiger auf den Menüpunkt „Archiv” (linke
Seite des Fensters) gehen. Der Mauszeiger verwandelt sich wieder in die Hand
mit ausgestrecktem Zeigefinger - einmal linke Maustaste klicken und schwupp...,
erscheint das Archiv.
Genauso
einfach ist es wieder zurück zur „aktuellen Ausgabe” zu gehen,
oder eine „Kleinanzeige aufgeben” - einfach mit dem Mauszeiger/Hand
auf den gewünschten Text, klick! und die Hypertextfunktion macht den Rest.
So,
oder so ähnlich sind fast alle Web-Seiten im WWW aufgebaut, die einen
haben mehr grafischen Schnickschnack dabei, die anderen weniger. Die
Hypertextfunktion haben aber alle irgendwie eingebaut. Schauen Sie sich einfach
mal um im Internetdienst WWW - im Fachchinesisch nennt man das übrigens
„Surfen” im Internet.
Sooooh,
damit werden wir erstmal die „Einführung” ins Internet
abschließen. Liebe Leser/Innen, bitte denken Sie daran, dass auch beim
Internet nur die Übung den Meister macht. Je öfter Sie im Internet
sind, je einfacher wird Ihnen alles vorkommen und Sie werden routinierter mit
diesem Medium umgehen.
Es
wiederholt sich alles
Ein
ganz anderes Thema - nicht Internet - hat mich in der letzten Zeit
beschäftigt: Es wiederholt sich alles. Einige unserer Leser und Leserinnen
können sich vielleicht auch noch an die 70er erinnern, wo Plateau-Schuhe
(die mit den dicken Sohlen und hohen Absätzen) und die sogenannten
Feddel-Hosen (mit einem extrem breiten Schlag) total in Mode waren - wie auch
jetzt. Nietenbesetzte Gürtel, große Brillen mit Tönungsverlauf
und Motorroller, erinnern Sie sich, alles Relikte aus den vergangenen
Jahrzehnten, die wieder modern sind. Auch bei den Automobilherstellern wird
wieder mehr Wert auf die Form, als auf den CW-Wert (Windwiderstandswert)
gelegt. So wurden auch Designstudien von BMW und Mercedes vorgestellt, die
Karosserien zeigten, die man wohl eher in den 60er gefahren hat.
Es
gibt so viele Beispiele, bei denen - so scheint es mir - die Designer oder
Modemacher auf Dachböden in alten Truhen, Archiven und Schubladen
stöbern, um uns, den Verbrauchern, wieder einmal ein ganz NEUES Produkt
anzudrehen, das es eigentlich schon längst gibt. Natürlich, und das
sei unbestritten, sind die Materialien besser als die, die man vor 30, 40 oder
50 Jahren dafür verwendet hat - keine Frage.
Sie
Fragen sich jetzt bestimmt, was hat das alles mit der Computer-Branche zu tun.
Eigentlich ganz einfach, auch hier werden alte Designs als neu verkauft -
natürlich wie schon eben gesagt mit deutlich besseren Materialien.
Ein
ganz brandaktuelles Beispiel der Wiederholung ist der Apple-G4-Cube.
Apple-Designer haben jetzt diese „ganz neue Erfindung” vorgestellt.
Halt, halt, halt, ich sehe schon bei den eingefleischten Apple-Mac-Usern die in
Falten gelegte Stirn. Also vorab, Apple ist natürlich ein toller Computer,
hat tolle Leistungen und man kann gut mit diesen Geräten arbeiten -
wirklich. Darum geht es auch gar nicht, es geht darum, dass man uns glauben
machen will, der Computer-Markt bekommt was Neues...
Anfang
August 2000 erhielten wir eine Pressemitteilung aus dem Hause Apple (hier in
gekürzter Form):
Auf
der Macworld 2000 stellte Apple den Power Mac G4 Cube vor, eine
völlig
neue Klasse von Com
puter,
die das Leistungsvermögen eines Power Mac G4
in
einem rund 20 Zentimeter kleinen Desi
gner-Würfel
bietet.
Der
G4 Cube misst nur ein Viertel der Größe
gängiger
PCs
,
beherbergt jedoch einen 450 MHz schnellen PowerPC G4 Prozessor mit
„Velocity Engine”, der mit mehr als drei Milliarden Befehlen pro
Sekunde (Gigaflops) die Rechengeschwindigkeit von Supercomputern erreicht.
„Der
G4 Cube ist einfach der coolste Computer,
den
es
je
gab”,
sagt Steve Jobs, CEO von Apple. „
Eine
völli
g
neue
Klasse von Com
puter,
die G4-Power mit der Miniaturisierung,
dem
geräuschlosen
Betrieb und dem ele
ganten
Deskto
p-Design
des iMac vereint.
Ein
erstaunliches Meisterstück unserer Desi
gner
und In
genieure,
das wir nun unseren Kunden
präsentieren
können."
Der
Power Mac G4 Cube verwendet ein neuentwickeltes
Kühlungssystem,
das Lüfter überflüssi
g
macht und einen
praktisch
lautlosen Betrieb ermö
glicht.
Die
Kühlun
g
wird durch einen Luftstrom, der vertikal durch einen Kühlun
gskanal
in der Mitte des Würfels strömt,
gewährleistet...
Die
technischen Eckdaten des G4 Cube: 450 MHz PowerPC G4 Prozessor mit Velocity
Engine (wahlweise auch mit 500 MHz); 64 MB Speicher (auf 1,5 GB erweiterbar);
20 GB Festplattenspeicher (wahlweise bis 40 GB); ein schlittenloses, auf der
Oberseite des Cube befindliches DVD Laufwerk; zwei FireWire- und zwei
USB-Ports; 10/100 BASE-T Ethernet und ein 56 K V.90 Modem.
Der
Power Mac G4 Cube wird vollständig mit der neuen optischen Maus und der
ebenfalls neuen erweiterten Tastatur von Apple sowie einem Paar Harman/Kardon
Lautsprechern im Apple Design ausgeliefert.
Preise
und Verfügbarkeit:
Der Power Mac G4 Cube mit 450 MHz ist seit August über den Apple Store
(http://www.apple.com/germanstore bzw. http://www.apple.com/austrianstore) und
Apple Fachhändler für 4.499,- DM erhältlich.
Klingt
ja soweit ganz gut und das „neue” Design im Würfel, sieht auch
ganz toll aus.
ABER
das Design im Würfel ist eigentlich ein alter Hut. Im Juli 1991 hat die
Firma EMM Gesellschaft für Informationssysteme mbH aus München schon
die gleiche (ähnliche) Technik verwand. Doch lesen Sie selbst - hier
einige Auszüge aus dem CA 7/91 und 10/91:
(CA
7/91) So groß wie ein kleiner Aktenkoffer, im selben Gehäuse wie
sein ‘kleiner’ Bruder, der Brick 386SX, ist er einer
der
kleinsten 486 PCs überhau
pt.
In
nur 3,7 k
g
Gewicht
massieren
sich Leistungsmerkmale, die man sonst gewöhnlich nur in großen
Tower-Computern findet. Der Prozessor ist mit 25 oder 33 MHz getaktet, bei der
Festplatte hat der Anwender die Wahl zwischen 120 MB (19 ms), 212 MB (16 ms)
und 510 MB (13 ms) Speicherkapazität...
Neben
optimal auf die Hardware angepaßten Routinen enthält das BIOS auch
einige ungewöhnliche Funktionen. Die Festplatte kann als Boot-Device
gewählt werden, und
der
Lüfter wird vom BIOS und einem Tem
peraturfühler
gesteuert.
Da er nur selten bei Bedarf ans
pringt,
arbeitet der Brick fast immer
geräuschlos...
Die
Bemühun
gen
von Er
go
Computin
g
sind auch vom Desi
gn
Zentrum Nordrheinwestfalen gewürdi
gt
worden. Der Brick erhielt die „Auszeichnun
g
für hohe Desi
gn
Qualität” und wurde auch im Juni auf der Ausstellun
g
Desi
gn-Innovation
'91 in Essen
gezeigt.
Zum
Brick gibt es auch eine passende Tastatur, Maus und eine Auswahl von Monitoren.
Er ist in zwei Ausführungen, mit 386 SX oder mit i486 Mikroprozessor,
erhältlich. Die Preise beginnen etwa bei 6.300,- DM für den Brick
386SX und bei 14.000,- DM für den Brick i486.
Eine
Verbesserung dieses PC-Gehäuse-Designs gab es dann im 10/1991:
(CA10/91)
Die Firma EMM aus Gröbenzell, stellt mit der MiniSys-Series einen neuen
kompakten Personal Computer vor.
Die
Zentraleinheit ist so tief wie ein DIN A4 Blatt lan
g,
so breit wie ein Ku
gelschreiber
lan
g
und eine Handbreit hoch.
Mit nur 2,8 kg Gewicht ist es ein leichtes, den Computer bei Bedarf auch
zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen zu transportieren.
Die
MiniSys-Computer sind zunächst in drei Versionen erhältlich, als
80286-System mit 16 MHz getaktet, als 80386 SX mit 16 MHz und als 80386
Prozessor mit 25 MHz. Der Hauptspeicher kann zwischen 1 MB und, abhängig
von System, 2.5 bis 16 MB groß sein...
Die
MiniSys-Computer sind auch als Arbeitsplatzrechner geeignet.
Sie
arbeiten ohne Lüfter und daher nahezu geräuschlos.
Reset- und Netzschalter sind auf der Vorderseite angeordnet, und auch die
Buchse für die Tastatur ist sehr weit vorn (seitlich). Das erleichtert die
Bedienung, auch wenn der Computer beispielsweise zwischen Gegenständen,
wie z.B. Büchern "eingeklemmt" ist...
Die
MiniSys-Computer werden in der Grundausstattung als 286-AT mit VGA-Grafik, 1 MB
RAM und deutscher Tastatur für etwa 1.400,- DM erhältlich sein.
Sie
sehen also, die sogenannten „neuen Techniken” und Designs sind
nicht immer das, was sie vorgeben. Vieles gab es schon - entwickelt von echten
Pionieren. Wie gesagt, nichts gegen Apple, aber das, was jetzt in einer
groß angelegten Werbekampagne als so „Superneu” erfunden
wurde, gab es schon vor knapp neun Jahren. Es wiederholt sich eben alles.
In
diesem Sinn
Ihr
Jumper