Ausgabe 02/2000
GAME-CORNER
Planescape
Torment

Vor
einem knappen Jahr schrieb ich im Baldurs Gate Test, dass gerade mal 5% der bis
dato erschienenen Spiele Rollenspiele sind und das Genre so gut wie
ausgestorben sei. Seitdem gab es (zum Glück) Aufwind im “Besten
aller Genres”. Nun ist inzwischen das Mammutprojekt der Baldurs
Gate-Macher entstanden: Planescape Torment.
Die
erste Frage ist sicher, ob Planescape die hohen Erwartungen der Baldurs Gate
Fans erfüllen kann, da es das hochgelobteste Rollenspiel des letzten
Jahres war. Ziehe ich die Wertung mal vorweg, ja, es kann. Auch Torment basiert
auf dem umfangreichen AD&D (Advanced Dungeons & Dragons) Regelsystem,
spielt aber im Planescape Universum. In dieser Ebene landen alle Toten der
anderen AD&D Universen, quasi eine Zwischenebene vor dem “wahren
Tod”, aber das nur für Fans.
Der
Hauptcharakter ist “der Namenlose”, der in der Leichenhalle der
größten Stadt Sigil dort aufwacht und sich an nichts erinnern kann.
Als erster Verbündeter gesellt sich ein sprechender Totenkopf, namens
Morte, zu ihm und erklärt die Zustände in der Leichenhalle. Durch
ihre Gespräche oder persönliche Erfahrung bemerkt man schnell, dass
man selbst unsterblich zu sein scheint. Nach dem Bildschirmtod wacht man mit
gesammelten Gegenständen, der gleichen Erfahrungsstufe und allen
Verbündeten in der Leichenhalle auf. Aber man ist nicht unbesiegbar, denn
wenn man z.B. gefressen und verdaut oder verbrannt wird, ist das Spiel auch
für den Namenlosen zu Ende.
Wenn
man nicht gerade stirbt, sammelt man Gegenstände, redet mit den Leuten aus
Sigil, um mehr über sich selbst und die Umgebung zu erfahren, oder
kämpft, eben alles, was man im Rollenspiel macht. Nebenaufgaben
können übernommen werden, um den Geldbeutel zu vergrößern
oder Sympathiepunkte bei der Bevölkerung zu sammeln.
Für
die vielen Dialoge zu Anfang (erschwerend für Einsteiger) entschädigt
der Wortwitz und besonders der schwarze Humor von Morte. Im Gegensatz zur
“sauberen und hellen” Forgotten Realms Welt ist Planscape
wesentlich dunkler und makaberer.
Die
Grafik basiert auf der schon etwas in die Tage gekommenen Bioware Infinity
Engine, die auch bei Baldurs Gate zur Anwendung kam. Das hat den Vorteil, dass
die Designer ihren ganzen Elan in die restlichen Elemente des Spiels stecken
konnten und die Systemanforderungen identisch mit denen von Baldurs Gate sind
(es reichen ein Pentium 200 MHz mit MMX. 32MB RAM, ein 8x CD-ROM Laufwerk und
650 MB auf der Festplatte). Die Grafik lässt leider keine höhere
Auflösung als 480x640 Bildpunkte zu, was schade ist, denn die Umgebung und
die Charaktere sind schön und detailiert gezeichnet, was auf diese Weise
leider nur teilweise zur Geltung kommt. Der Sound ist großartig,
phantastisch, phänomenal... das I-Tüpfelchen wäre der
verstärkte Einsatz von Stimmen anstatt der Texte.
Wer
Gefallen an Rollenspielen findet oder schon exzessiv Baldurs Gate gespielt hat,
der sollte sofort zuschlagen. Wer sich nicht ganz sicher ist, dem sei gesagt,
ihm entgehen über 80 Std. Spielspaß, verteilt auf vier CDs, geniale
Charaktere, die entscheidende Prise schwarzer Humor und das beste
Auftaktrollenspiel dieses Jahres.
FSK
: ab 12 Jahre, Testmuster zur Verfügung gestellt, von GAME-WORLD,
Computerspiele-Vertriebs GmbH, Tester: Alexander Rosenke
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Revenant

Nachdem
sich Diablo 2 von Blizzard auf März 2000 verschoben hat, scheint Revenant
ideal zu sein, um die Wartezeit zu überbrücken. Denn wie beim ersten
Teil von Diablo handelt es sich bei Revenant um ein Rollenspiel, bei dem die
Kämpfe eindeutig im Vordergrund stehen.
Entsprechend
schnell ist die Story erzählt; Sie sind der Held Locke D’averem, der
in der Hölle schmort. Irgendwann sehen Sie ein helles Licht, dieses Licht
materialisiert sich zu einer Person. Ein paar Sekunden später sehen Sie
sich in der realen Welt wieder, Sie sind ein Auferstandener, ein Revenant.
Nachdem Sie von ihrem Auftrag, die Tochter ihres “Retters” aus den
Klauen einer mysteriösen Sekte zu befreien, erfahren haben, werden Sie
auch prompt von einem Priester der Sekte angegriffen. Dieser Kampf ist schnell
gewonnen und Sie können sich aufmachen, um die Probleme von Ahkulion (dem
Land, wo Sie auferstanden sind) zu lösen. Ihnen bleiben sowieso nicht
viele Alternativen, der Zauberbann, der Sie aus den Klauen der Hölle
entrissen hat, zwingt Sie dazu, Ihrem Herren zu gehorchen.
Man
merkt schnell, dass der Hauptaspekt des Spiels das Kämpfen ist, die
zentralen Personen im Spiel sind nämlich der Waffen- und der
Rüstungsschmied und Jong, der Ihnen neue Kampftechniken beibringt.
Ausserdem verzichtet Revenant fast komplett auf Sidequests und mehrere
Handlungsstränge, man metzelt sich meistens von Ort zu Ort. Der
Hauptaspekt des Gameplays ist das Erlernen und Ausführen neuer
Kampftechniken, das Finden und Einsetzen neuer Waffen und Rüstungen, sowie
das Aufstufen der eigenen Figur. Da sich dieses Spiel als Rollenspiel
bezeichnet (ich würde es eher Hack‘n Slay-Action nennen) findet man
auch den einen oder anderen Gegenstand und kann (natürlich) auch Magie
einsetzen.
Die
Grafik präsentiert sich sehr zwiespältig: Die in 3D gehaltene
Umgebung und die Figuren sehen (wohl auch wegen der niedrigen Auflösung
von 640 x 480 Pixel) etwas altbacken und unspektakulär aus, die Licht und
Magieeffekte jedoch sind das momentan Beste und Ausgereifteste, was das Genre
gesehen hat. Der Sound bewegt sich, trotz der miserablen Übersetzung,
(viele Sprach- und Grammatikfehler in der Sprachausgabe) im guten Mittelfeld,
nichts Neues, nichts Spektakuläres, gleichwohl solide Standardkost, die
man gut anhören kann.
Beim
Fazit bin ich etwas gespalten, einerseits macht es unheimlich Spaß, sich
durch die Landschaft zu metzeln, Waffen und Zaubersprüche zu lernen und
Ahkulion zu retten. Andererseits fehlt dem Spiel das, was ein gutes Rollenspiel
ausmacht, eine spannende Story mit Nebensträngen, Nebenaufgaben,
charismatische Figuren und Rätsel. Fans des “wahren
Rollenspiels” sollten lieber einen Bogen um Revenant machen, die Spieler,
die eh lieber kämpfen und die Story nur als “nettes Beiwerk”
sehen, sollten auf jeden Fall einen sehr intensiven Blick riskieren und sich
mit Revenant auseinandersetzen.
FSK
: ab 12 Jahre, Testmuster zur Verfügung gestellt, von
Eidos Interactive
,
Tester: Alexander Rosenke
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SPIELE
Premium Skat (de Luxe)
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Wer
Schwierigkeiten hat, einen Partner für Skat zu finden, erhält mit
“Premium Skat” die Möglichkeit, alleine oder über
Netzwerk zu spielen. Die Suche nach dem Gegenspieler wird einfach: ins
Internet, einen Gegner finden und los geht’s. Im Büro zum Beispiel
braucht sich keiner Sorgen zu machen, dass der Chef sie oder ihn beim Skat
spielen erwischt. Mit einem einfachen Mausklick verwandelt sich das Spiel in
ein Kalkulationsprogramm. Um während des Spiels mit den Netzwerkgegnern zu
kommunizieren, ist ein kleines Chatprogramm integriert.
Dieses
völlig neu erarbeitete Programm ist nach eigenen Angaben mit den neuesten
Programmiertechniken erstellt und gründlich getestet worden. Die Regeln
können individuell angepasst werden. Eine umfangreiche Sprachausgabe
vermittelt den Eindruck eines realen Gegners, der sich im gleichen Raum
befindet.
Mit
einem eingebauten CD - Player kann jeder seine eigene Hintergrundmusik selber
auswählen. Für einen Preis von 29,90 DM ist die CD-ROM zu bestellen
unter: Kostenloses Bestelltelefon: 0800/33 83473 oder Bestellung unter
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